Gegnervorschau: TSV 1860 München

Am 17. Spieltag der Saison 2019/2020 kommt es zum Hinrundenduell gegen unseren Nachbarn vom TSV 1860 München. Wir werfen einen Blick auf die Geschichte des Vereins, sowie auf die Statistik in Vergleichen mit unserer Spielvereinigung Unterhaching.

TSV 1860 München: Die Fußballabteilung des heutigen TSV 1860 München wurde am 25. April 1899 gegründet. Das erste öffentliche Spiel trug der Verein aber erst drei Jahre nach der Gründung der Abteilung aus, als man am 27. Juli 1902 mit 2:4 Toren dem 1. Münchner FC 1986 unterlag. Das erste Stadtderby gegen den FC Bayern München im September 1902 ging ebenfalls mit 0:3 verloren. Den nächsten Vergleich mit den Roten im November 1903 gewannen die Löwen hingegen mit 2:0.

1905/06 stieg die Mannschaft in den Ligabetrieb der damals erstklassigen A-Klasse Südbayern ein. In der ersten Spielzeit konnten die Löwen ein Spiel gewinnen und wurden fünfter von sieben Teilnehmern. Bereits 1911 wurde das Gelände des heutigen Stadions an der Grünwalder Straße gepachtet und zur Heimspielstätte des damals als TV 1860 München auflaufenden Vereines.

Den ersten Abstieg erlebte der Verein 1913, korrigierte diesen aber im Folgejahr umgehend und bis zum Ende des ersten Weltkrieges spielte die Mannschaft durchgehend in der ersten Liga. Nach dem Gewinn der Gaumeisterschaft (Sieg gegen den FC Bayern) und dem Erringen der Südbayerischen Meisterschaft (Gegner MTV Augsburg) erreichte man 1916 das Endspiel um die Bayerische Meisterschaft. Der 1. FC Nürnberg war aber zu stark und die Löwen verloren mit 0:4.

Nach der reinlichen Scheidung der Turn- und Sportvereine in den Jahren 1923/24 lief die Mannschaft fortan als SV 1860 München auf. Unter diesem Namen erreichte der Verein 1927 das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft, verlor dort aber gegen den späteren Meister 1. FC Nürnberg mit 1:4 Toren.

1931 erreichten die Löwen sogar das Finale um die Deutsche Meisterschaft. Im Endspiel vor 50.000 Zuschauern im Köln, unterlag man aber trotz 2:1 Pausenführung am Ende mit 2:3 gegen Hertha BSC. Zwei Jahre drang man bis ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft vor, schied dort aber gegen Schalke 04 aus.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden zur Saison 1933/34 die Gauligen eingeführt. Der Verein galt als nationalsozialistischer Vorzeigeverein und fusionierte im März 1934 zum heutigen Namen Turn- und Sportverein München von 1860. Trotz der Nähe zum Regime, blieben die Erfolge vorerst aus. Erst während des 2. Weltkrieges im Jahr 1941, konnte man wieder an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft teilnehmen.

Den bis dato größten Erfolg der Vereinsgeschichte feierte der TSV im Jahre 1942, als man mit dem Tschammerpokal (Vorläufer des heutigen DFB-Pokals), den Vereinspokal gewinnen konnte. Im Endspiel in Berlin, sahen 80.000 Zuschauer durch zwei spätere Tore in der 80. und 88. Minute einen 2:0-Sieg der Löwen. Im Folgejahr erreichte man noch einmal das Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft, scheiterte aber an Vienna Wien.

Nach Ende des zweiten Weltkrieges erhielt der TSV 1860 das Startrecht für erstklassige Oberliga Süd. 1948 wurde man im Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft vom 1. FC Kaiserslautern ausgeschaltet. 1952 stieg der Verein erstmals seit 1913 ab. Erst nach zwei Spielzeiten kehrte der TSV in die Oberliga zurück, stieg aber umgehend erneut ab. Erst ab der Saison 1957/58 stabilisierte man sich wieder in der Oberliga. Bis zur Einführung der Bundesliga war die schlechteste Platzierung ein siebter Platz 1962.

Als 1963 die Fußballbundesliga eingeführt wurde, gab es einen Paukenschlag im Süden des Landes. Die Löwen wurden in die Bundesliga aufgenommen, die in der Zwölfjahreswertung besser platzierten Vereine aus Offenbach und vom FC Bayern mussten in die Zweitklassigkeit. Der DFB begründete dies unter anderem mit Südmeisterschaft der Löwen in der letzten Oberligaspielzeit 1962/63.

Die Einführung der Bundesliga läutete eine sehr erfolgreiche Zeit des TSV 1860 ein. Zwar wurde man in der ersten Saison nur siebter, feierte aber den zweiten Sieg im DFB-Pokal. In Stuttgart besiegte die Mannschaft Bundesligist Eintracht Frankfurt mit 2:0 (1:0).

Durch den Pokalsieg 1964 qualifizierte sich der Verein auch erstmals für einen Europapokal und dort sorgten die Löwen für richtig Furore. Nach Siegen gegen US Luxembourg, dem FC Porto, Legia Warschau und dem AC Turin erreichte man das Endspiel um den Europapokal der Pokalsieger im Londoner Wembleystadion. Vor fast 100.000 Zuschauern verlor man dann aber mit 0:2 (0:0) gegen West Ham United.

Zur Saison 1965/66 stieg der FC Bayern auch in die Bundesliga auf und der Spielplan sah bereits am ersten Spieltag das Duell Blau gegen Rot vor. 44.000 Zuschauer im Stadion an der Grünwalderstraße sahen schon in der ersten Minute den 1:0-Siegtreffer der Löwen. Am Ende der Spielzeit feierte man den bis heute größten Erfolg der Vereinsgeschichte, als man mit drei Punkten Vorsprung vor Borussia Dortmund Deutscher Meister wurde.

Auch im Folgejahr spielten die Löwen lange um die Meisterschaft mit. Deutscher Meister wurde aber schlussendlich Eintracht Braunschweig mit zwei Punkten Vorsprung vor dem TSV. Im Europapokal der Landesmeister scheiterte man in der zweiten Runde an Real Madrid, nachdem man in der ersten Runde Omonia Nikosia aus dem Wettbewerb warf. Einen erneuten Finaleinzug im DFB-Pokal verhinderte der Stadtrivale FC Bayern im Halbfinale des Wettbewerbs.

Nach der Vizemeisterschaft wurden die Tabellenplätze zweistellig und 1970 stieg der Verein sogar aus der Bundesliga ab. Fortan spielte man in der zweitklassigen Regionalliga Süd. Dort wurde man mehrfach dritter und verpasste die Aufstiegsspiele zur Bundesliga. Als 1974 die 2. Bundesliga eingeführt wurde, qualifizierte man sich durch Platz vier für das Unterhaus. Erst 1977 nahm man wieder an der Relegation zur Bundesliga teil. Die Löwen schalteten Arminia Bielefeld aus und feierten die Rückkehr ins Oberhaus.

Die folgenden Jahre wurde der Verein von der Grünwalderstraße zur Fahrstuhlmannschaft. Der Rückkehr in die Bundesliga folgte der sofortige Abstieg 1978, sowie der umgehende Wiederaufstieg 1979. Nach zwei weiteren Spielzeiten Bundesliga stieg man 1981 erneut in die jetzt eingleisige 2. Bundesliga ab.

1982 wurde dem Zweitligisten die Lizenz entzogen und die Löwen mussten in die drittklassige Bayernliga absteigen. In der ersten Saison in der Bayernliga 1982/83 verpasste man den Wiederaufstieg deutlich und lief nur auf Platz sechs ein. 1984 und 1986 erreichte man als Bayerns Meister zwar die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga, gewann aber 1984 nur ein und 1986 sogar gar kein Spiel und so blieb der Verein weiter drittklassig. Erst in der 1990/91 gelang über die Meisterschaft und der erfolgreichen Qualifikationsrunde die Rückkehr in die 2. Bundesliga Süd, aus der man aber erneut umgehend wieder abstieg.

1992/93 wurde zur letzten Saison der Löwen in der Bayernliga, die man nach der Meisterschaft in Richtung 2. Bundesliga verließ. Auch die 2. Bundesliga war nur eine Durchgangsstation und der TSV wurde die erste Mannschaft, die den Durchmarsch von der Oberliga in die Bundesliga schaffte.

Trotz eines schlechten Saisonstarts, als man bis zum achten Spieltag der Saison 1994/95 auf dem letzten Tabellenplatz stand, feierte man am Ende den Klassenerhalt in der Bundesliga. Zur Saison 1995/96 verließ der Verein sein Zuhause an der Grünwalder Straße und zog ins Olympiastadion um. Es folgten sportlich sehr erfolgreiche Jahre mit mehrfachen Teilnahmen im Europapokal. Als vierter der Saison 1999/2000 spielte man sogar in der Qualifikation zur Championsleague, scheiterte aber an Leeds United.

Nach elf Spielzeiten stieg man aber 2003/04 aus der Bundesliga ab. Der Verein trug daraufhin wieder den Großteil seiner Heimspiele im Grünwalder Stadion aus. Mit der Eröffnung der Münchner Arena in Fröttmaning im Jahr 2005, fand man dort eine neue Spielstätte, die aber aufgrund der gemeinsamen Nutzung mit dem FC Bayern von vielen Fans abgelehnt wurde. Schon 2007 musst der Verein seine 50% Anteile am Stadion an den FC Bayern verkaufen, um liquide zu bleiben. 2011 musste man dann aufgrund anhaltender finanzieller Schwierigkeiten 60% der Anteile an der Fußball GmbH an einen Investor verkaufen.

2014/15 konnte man nur mit sehr viel Glück den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga feiern. Nach einem 0:0-Hinspiel in Kiel erzielte man vor heimischer Kulisse erst in der Nachspielzeit den 2:1-Siegtreffer. In der Folgesaison gelang der Klassenerhalt erst am vorletzten Spieltag, am Ende wurde man 15.

In der Saison 2016/17 hatte der Verein weniger Glück. Nach einer katastrophalen Spielzeit lief man auf Platz 16 ein und musste erneut in die Relegation. Die Spiele gegen den Drittligisten SSV Jahn Regensburg wurden zum Fiasko. Der Verein verlor das von Krawallen überschattete Rückspiel in München mit 0:2 und stieg sportlich in die 3. Liga ab. Es wurde aber noch schlimmer für den Verein und der 2. Juni 2017 wurde zum schwärzesten Tag der Vereinsgeschichte. Da der Investor die benötigten finanziellen Mittel für eine Teilnahme an der 3. Liga nicht bereitstellte, erhielt der Club keine Lizenz für die 3. Liga und stürzte in die viertklassige Regionalliga Bayern ab.

Der Verein zog aufgrund des Abstieges aus der Arena aus und trägt seitdem seine Heimspiele wieder im Stadion an der Grünwalderstraße aus. Als Meister der Regionalliga Bayern, bestritten die Löwen 2018 die Aufstiegspiele zur 3. Liga gegen den 1. FC Saarbrücken. Nach einem 3:2-Auswärtssieg genügte den Löwen ein 2:2-Unentschieden im Rückspiel zum Aufstieg in die 3. Liga.

Nach einer turbulenten Saison 2018/19 feierten die Löwen schlussendlich den Klassenerhalt in der 3. Liga. Aktuell spielt der TSV seine zweite Saison in der 3. Liga.

Das erste Spiel: Durch den Zwangsabstieg des TSV 1860 gab es am 3. Spieltag der Bayernliga Saison 1982/83 das erste Aufeinandertreffen. Vor 26.000 Zuschauern im Grünwalderstadion siegte die Spielvereinigung am 14. August 1982 mit 2:0 (0:0).

Erster Torschütze für die SpVgg: Richard Stöckle traf zum 1:0 in der 52. Minute.

Bilanz: 30 Begegnungen gab es bisher in Bayernliga, 2. Bundesliga, Bundesliga, DFB-Pokal sowie dem neuen Toto-Pokal (Einführung 1997/98). Die Bilanz zeigt dabei 13 Siege für Unterhaching, 9 Unentschieden, sowie 8 Niederlagen. Gesamttorverhältnis: 58:43 Tore für Rot-Blau.

Am 25.11.1986 gab es in einem Vorläufer des heutigen Toto-Pokals, einen 4:2-Sieg der Hachinger beim TSV. Ob es in diesem Wettbewerb weitere Vergleiche mit dem TSV gab, gibt leider die dünne Datenlage nicht her.

Wissenswert: Seit 1980 gab es das so genannte „S-Bahn Derby“ häufiger in Pflichtspielen, als die Begegnung Rot gegen Blau. Nur 21 Vergleiche gab es in diesem Zeitraum zwischen dem FC Bayern und dem TSV 1860 München.

Anmerkung: Wir haben uns dazu entschieden, in unserer Grafik auf das Logo des TSV 1860 München zu verzichten. Das genutzte Logo gehört zur Organisation Löwenfans gegen Rechts, welche durch ihre tolle Arbeit im Jahr 2015 mit dem „Bürgerpreis für Demokratie“ der Stadt München ausgezeichnet wurden. Die Löwenfans gegen Rechts wurden zuletzt abgemahnt, da sie das Logo des Vereins benutzen. Für uns ist das ein untragbarer Vorgang und wir unterstützen die Löwenfans gegen Rechts! Getrennt in den Farben, vereint in der Sache! Mehr Informationen bei Stadionwelt.