Gegnervorschau: SV Waldhof Mannheim

Am 33. Spieltag der Saison 2019/20 kommt es zum Duell gegen den Aufsteiger SV Waldhof Mannheim. Wir werfen einen Blick auf den Verein vom Alsenweg und die Statistik mit unserer Spielvereinigung.

SV Waldhof Mannheim: Wurde am 11. April 1907 gegründet, nachdem sich im Jahr 1905 die ersten Jugendlichen im Arbeiterstadtteil Waldhof zum Fußballspielen zusammenfanden. Ab der Saison 1908/09 nahm der SV Waldhof am Spielbetrieb der C-Klasse Neckargau teil und die ersten Erfolge ließen nicht lange auf sich warten.

1910 stieg man in die B-Klasse und 1912 in die A-Klasse auf. Nur zwei Jahre später, 1914 stieg man erstmals in die höchste Spielklasse auf, aber aufgrund des Ausbruchs des 1. Weltkrieges wurde der Spielbetrieb eingestellt. Zu Saison 1919/20 nahm die Fußballgemeinschaft den Spielbetrieb wieder auf und der SVW konnte sich erstmals für die Süddeutsche Meisterschaft qualifizieren, bei der man aber in der Gruppenphase ausschied. Von 1930 bis 1933 holte der Verein vier Jahre in Folge die Meisterschaft der Bezirksliga, kam aber in der Süddeutschen nie über die Gruppenphase hinaus.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten und der Einführung der Gauligen nahm der SV Waldhof am Spielbetrieb der Gauliga Baden teil. Schon im ersten Spieljahr 1933/34 gewann man die Liga und qualifizierte sich damit erstmals für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Dort setzte man sich in der Gruppe C gegen den Mülheimer SV, Kickers Offenbach sowie Union Böckingen durch und erreichte somit das Halbfinale. Im Düsseldorfer Rheinstadion verlor man dieses allerdings gegen den späteren Deutschen Meister FC Schalke 04 mit 2:5 Toren.

Auch in den Jahren 1936 und 1937 nahm man als Meister Badens an der Deutschen Meisterschaft teil. Trotz Kriegsausbruch 1939 konnten die Mannheimer eine schlagkräftige Mannschaft stellen und erreichten 1940 erneut das Halbfinale der Deutschen Meisterschaft, verloren dort aber abermals gegen den FC Schalke 04. Im gleichen Jahr erreichte der Verein auch zum bisher einzigen Mal das Finale um den DFB-Pokal (damals Tschammerpokal), welches man aber gegen den 1. FC Nürnberg mit 0:2 verlor.

Bis Kriegsende 1945 spielten die Mannheimer noch zwei weitere Mal in der Endrunde. Nach Kriegsende wurde der Verein in die neue Oberliga Süd eingruppiert. Im Jahr 1947 wäre man mit einem zweiten Platz für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert gewesen, diese wurde aber noch nicht wieder ausgespielt. Besser hatte es der Mannheimer Rivale VfR, der sich 1949 als Vizemeister qualifizierte und im Anschluss sogar die bis heute einzige Deutsche Meisterschaft nach Mannheim holen konnte.

Ab Ende der 1940er Jahre setze ein sportlicher Abschwung bei Waldhof Mannheim ein und die Tabellenplätze wurden auch erstmals zweistellig. Zwar konnte man 1953 noch das Halbfinale im DFB-Pokal (2:3 gegen RW Essen) erreichen, musste aber am Ende der Saison 1953/54 erstmals in der Vereinsgeschichte absteigen. Auch in der II. Division dauerte es, bis man wieder Fuß fassen konnte. Erst nach vier Spielzeiten gelang 1958 in Rückkehr in die Oberliga. Bis zur Einführung der Fußball-Bundesliga im Jahr 1963 pendelte man mehrfach zwischen der II. Division und der Oberliga.

Die Blau-Schwarzen qualifizierten sich ebenso wie der VfR Mannheim nicht für die Bundesliga und fanden daher beide ihr neues sportliches Zuhause in der Regionalliga Süd. 1966 erzielte der SV Waldhof die beste Platzierung der nächsten Jahre, als man auf dem dritten Platz einlief. 1970 musste man erneut einen Abstieg hinnehmen, als man als Schlusslicht in die 1. Amateurliga abstieg. Die finanziellen Probleme dieser Zeit führten zu einem Kuriosum, als der Verein knapp 200.000 DM von der Firma Chio Chips erhielt und dafür zwischen 1972 und 1978 mit dem Zusatz Chio im Vereinsnamen auflief.

1974 erreichte man die neu geschaffene 2. Bundesliga Süd und konnte sich in den nächsten Jahren dort etablieren. Als die Liga 1981 eingleisig wurde, qualifiziere sich der SV Waldhof mit einem sechsten Platz. 1983 holten die Waldhöfer die Meisterschaft der 2. Bundesliga und stiegen erstmals in die Bundesliga auf. Somit war man am Alsenweg, nach etwas mehr als 20 Jahren, endlich wieder erstklassig. Nach einem souveränen Klassenerhalt mit einem elften Platz im ersten Jahr, erzielte man 1985 die beste Platzierung der Bundesligageschichte. Nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz gegenüber dem HSV wurde man sechster und verpasste damit denkbar knapp die Qualifikation für den Europapokal.

1986 lief der SVW auf Platz acht der Bundesliga ein und zog erneut ins Halbfinale des DFB-Pokals ein. Dort gab es wie im Vorjahr eine Niederlage gegen Bayern München. Ab 1987 begann ein schleichender Abstieg der Mannheimer und 1988 konnte man sich erst im Elfmeterschießen des Entscheidungsspiels der Relegation retten. Am Ende der Saison 1989/90 war es dann aber soweit, als 17. mussten die Blau-Schwarzen in die Zweitklassigkeit zurück.

In den folgenden Jahren scheiterte man mehrfach denkbar knapp an der Rückkehr in die Bundesliga. In der zweigeteilten Liga 1992 wurde man Vizemeister (nur der Meister stieg auf) und im Folgejahr wurde man vierter (drei Aufsteiger). Nach weiteren Platzierungen im vorderen Drittel der Tabelle spielte man 1997 eine katastrophale Saison und musste als 15. in die Regionalliga absteigen. Auch plagten den Verein zu diesem Zeitpunkt schon schwere finanzielle Probleme.

Es dauerte zwei Spielzeiten, ehe man im Jahr 1994 eröffneten Carl-Benz-Stadion wieder zweitklassigen Fußball sehen durfte. 2001 verpasste man mit einem vierten Platz die Rückkehr in die Bundesliga. Nach vier Spielzeiten in der 2. Bundesliga stieg der SV Waldhof 2003 erneut in die Drittklassigkeit ab. Wie schwer die finanziellen Probleme am Alsenweg waren, zeigte sich nun. Der DFB verweigerte dem Verein die Lizenz für die Regionalliga und so musste man direkt in die viertklassige Oberliga Baden-Württemberg absteigen.

Es folgten fünf bittere Spielzeiten in der Oberliga Baden-Württemberg. 2008 konnte man aber immerhin die Klasse halten und sich für die jetzt viertklassige Regionalliga qualifizieren. Nach der Saison 2009/10, als man als Vierzehnter eingelaufen war, gab es den nächsten Paukenschlag. Der DFB verweigerte dem Verein erneut die Lizenz und so musste man in die Fünftklassigkeit. Für die Rückkehr in die Regionalliga benötigte man lediglich eine Spielzeit und stieg souverän als Meister wieder auf. Nach einem 12. Platz 2011/12 wurde man nach der letzten Umstrukturierung der Regionalligen Teil der Regionalliga Südwest. Dort stabilisierte man sich in den nächsten Jahren.

Ab 2015/16 drängte man mit aller Macht zurück in den Profifußball, musste allerdings durch das Nadelöhr Relegation. Als Meister scheiterte man 2016 an den Sportfreunden Lotte. Als Vizemeister der Saison 2016/17 scheiterte man am SV Meppen im Elfmeterschießen. 2018 wurde man erneut Vizemeister und nahm erneut an der Relegation teil. Nach einer 0:1-Niederlage im Hinspiel wurde das Rückspiel gegen den KFC Uerdingen von Krawallen überschattet. Beim Stand von 1:2 nach 85 Minuten wurde das Spiel abgebrochen und für Uerdingen gewertet.

2019 wurde man erneut Meister und dieses Mal stieg man aufgrund der geänderten Aufstiegsregelung endlich in die 3. Liga auf, in der man nun seine erste Saison spielt.

Das erste Spiel: Fand am 14. Juli 1992 im Rahmen des 2. Spieltag der 2. Bundesliga Saison 1992/93 statt. 6.500 Zuschauer im Stadion am Alsenweg sahen einen 1:0-Sieg des SV Waldhof.

Erster Torschütze für die SpVgg: Helmut Lemberger traf in der 51. Minute zum 1:1-Ausgleich in der Rückrunde 1992/93. Nach einer erneuten Führung für die Gäste konnte Reiner Leitl in der 81. Minute zum 2:2 Endstand ausgleichen.

Bilanz: Neun Partien bestritten die beiden Vereine bisher. Dabei konnte die Spielvereinigung bereits fünf Partien für sich entscheiden, hinzu kommen drei Unentschieden. Lediglich die erste Partie 1992 konnte der SV Waldhof gewinnen. Gesamttorverhältnis: 13:6 aus Sicht der Rot-Blauen.

Wissenswert: In der Regionalliga Saison 2008/09 traf der SV Waldhof auf die II. Mannschaft der Spielvereinigung. Die Ruthe-Elf verlor dabei beide Spiele. In Mannheim gab es ein 0:1 und im Rückspiel in Unterhaching ein 1:2. Torschütze für die Rot-Blauen war Christian Hain.