Gegnervorschau: Eintracht Braunschweig

Am 31. Spieltag der Saison 2019/20 empfangen die Rot-Blauen die Blau-Gelben. Wir blicken auf die Geschichte des Deutschen Meisters von 1967, sowie auf die Bilanz mit unserer Spielvereinigung.

Eintracht Braunschweig: Als Fußball- und Cricket Club Eintracht Braunschweig wurde der Verein am 15. Dezember 1895 aus der Taufe gehoben und war am 28. Januar 1900 Gründungsmitglied des Deutschen Fußballbundes.

Ab der Saison 1904/05 wurde im Herzogtum Braunschweig um Punkte gekämpft und die Eintracht war dabei von Anfang an sehr erfolgreich und qualifizierte sich umgehend für die Deutsche Fußballmeisterschaft. Bereits im Viertelfinale aber scheiterte man am Berliner TuFC Union 92.

Im Oktober 1906 benannte sich der Verein in FC Eintracht von 1895 um. Mit neuem Namen nahm man schon 1908 erneut an der Deutschen Meisterschaft teil, verabschiedete sich aber erneut im Viertelfinale. In den folgenden Jahren gewann die Eintracht regelmäßig ihre Liga, aufgrund diverser Umstrukturierungen im Norddeutschen Fußballverband konnte man sich aber nicht erneut für die Meisterschaftsrunde qualifizieren.

In der Weimarer Republik spielte der ab 1920 sich SV Eintracht nennende Club nur eine untergeordnete Rolle und bangte zeitweise sogar um die Erstklassigkeit. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde die Eintracht Teil der Gauliga Niedersachsen. Bereits beim erstmaligen Austragen des heutigen DFB-Pokals (damals Tschammerpokal) im Jahre 1935, erreichten die Braunschweiger das Achtelfinale. Diesen Erfolg konnte man im Jahr 1937 wiederholen.

Bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges erreichte der Verein meist Tabellenplätze im oberen Drittel, wobei ein sechster Platz 1937 das schlechteste Abschneiden war. 1943 sowie 1944 erreichten die Löwen noch einmal die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft, schieden aber 1943 im Achtelfinale und 1944 in der 1. Runde aus.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde der SV Eintracht Teil der neuen Oberliga Nord und erreichte in der ersten Spielzeit einen guten dritten Tabellenplatz. Am 1. April 1949 erfolgte die Rückbenennung auf den alten Namen Eintracht Braunschweig. 1952 gipfelte ein schleichender sportlicher Niedergang mit dem ersten Abstieg der Vereinsgeschichte. Es sollte vorerst bei einem Jahr Zweitklassigkeit bleiben. Die Eintracht wurde Meister der Amateuroberliga Niedersachsen, erzielte dabei in 32 Spielen satte 123 Tore und feierte den umgehenden Wiederaufstieg.

In den Jahren bis zum Start der Bundesliga 1963 lief die Eintracht fast durchgehend auf einem einstelligen Tabellenplatz ein, lediglich 1956 wurde man nur Elfter. 1958 feierte man die Vizemeisterschaft der Oberliga hinter dem Hamburger SV und qualifizierte sich damit letztmals für die Deutsche Meisterschaft. Mit lediglich einem Sieg aus drei Spielen verpassten die Niedersachsen die Teilnahme am Finale aber deutlich.

Zur Saison 1963/64 wurde man in Braunschweig Gründungsmitglied der neu gegründeten Bundesliga. Neben einem elften Tabellenplatz in der Prämieren-Saison der Bundesliga, erreichte man im gleichen Jahr auch das Viertelfinale im DFB-Pokal. 1965 folgte ein neunter Platz, sowie ein zehnter Platz in der Saison 1965/66.

Nach sieben Spieltagen standen die Braunschweiger in der Spielzeit 1966/67 erstmals an der Tabellenspitze der Bundesliga. Nachdem man die Herbstmeisterschaft gefeiert hatte, ließen sich die Löwen nicht mehr vom Platz an der Sonne verdrängen und feierten nach einem 0:0 gegen Rot-Weiss Essen bereits am 33. Spieltag die erste und bis heute einzige Deutsche Meisterschaft.

Bei seiner ersten Teilnahme im Europokal kam die Eintracht ins Viertelfinale des Landesmeisterwettbewerbs, schied dort aber unglücklich gegen Juventus Turin in einem Entscheidungsspiel aus. Der Meister konnte den sportlichen Erfolg nicht wiederholen und wurde in der Folgespielzeit nur neunter. 1971, nur fünf Jahre nach seiner größten Sternstunde erlebte die Eintracht die schwärzesten Tage der Vereinsgeschichte. Im Zuge des Bundesliga-Skandals wurden mehrere Spieler gesperrt oder erhielten Geldstrafen.

Die Folgen des Skandals spürte man an der Hamburger Straße auch in ausbleibendem sportlichem Erfolg. Am Ende der Saison 1972/73 musste man als 17. in die Zweitklassigkeit absteigen. Die Eintracht konnte den Makel umgehend ausmerzen und schaffte den sofortigen Wiederaufstieg. Mitte der 1970er Jahre hatte man dann noch einmal eine erfolgreiche Zeit. Nach einem fünften Platz 1976 qualifizierte man sich erneut für Europa.

1976/77 spielte der BTSV lange um die Deutsche Meisterschaft mit, wurde aber schlussendlich nur Dritter. Borussia Mönchengladbach hatte am Saisonende einen Punkt mehr auf dem Konto und wurde Meister vor dem FC Schalke, der gegenüber den Braunschweigern das bessere Torverhältnis hatte. In der Folgesaison wurde man in der Bundesliga nur 13., konnte sich aber im UEFA-Pokal ins Achtelfinale vorkämpfen, wo man gegen den PSV Eindhoven ausschied. Es ist bis zum heutigen Tag die letzte Teilnahme am europäischem Wettbewerb für die Löwen.

1980 stieg man erneut aus dem Oberhaus ab und musste in der Saison 1980/81 in der 2. Bundesliga Nord antreten. Wieder schaffte man den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga und auch im DFB-Pokal feierte der Zweitligist Erfolge. Die Mannschaft spielte die bis dato beste Pokalsaison der Vereinsgeschichte und musste sich erst im Halbfinale dem Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern geschlagen geben.

Nach vier weiteren Spielzeiten musste man erneut das Oberhaus verlassen. Als Tabellenschlusslicht stieg man 1985 in die 2. Bundesliga ab. Dort konnte man den sportlichen Abstieg auch nicht stoppen und stieg zwei Spielzeiten später erstmals in die Drittklassigkeit ab. Die Braunschweiger nahmen aber umgehend den Fahrstuhl zurück und etablierten sich Ende der 1980er Jahre in der 2. Bundesliga. 1990 drang man erneut ins Halbfinale um den DFB-Pokal vor, scheiterte dort an Werder Bremen. 1992/93 spielte die 2. Bundesliga mit 24 Mannschaften, wovon sieben absteigen mussten. Die Eintracht verpasste das rettende Ufer Platz 17 um zwei Plätze und musste in die drittklassige Oberliga.

Nach der Oberliga-Vizemeisterschaft 1994 scheiterte man in der Relegation, qualifizierte sich aber für die neu geschaffenen Regionalligen. In den Folgejahren wurde man immer wieder Vizemeister und verpasste die Rückkehr in die Zweitklassigkeit. Erst als die Regionalliga zweigleisig wurde, schaffte man den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga. 2002/03 gab man ein einjähriges Gastspiel, musste aber umgehend wieder zurück. Die Eintracht wurde in den Folgejahren ein Pendler zwischen der Dritt- und der Zweitklassigkeit.

2008 war die Eintracht Gründungsmitglied der 3. Liga und feierte im dritten Jahr die Meisterschaft, sowie die Rückkehr in die 2. Bundesliga. 2012/13 wurde man Vizemeister der 2. Bundesliga und feierte nach 28 Jahren die Rückkehr ins Fußballoberhaus. Lediglich 25 Punkte konnte sich der Aufsteiger erspielen und stieg als Tabellenschlusslicht umgehend wieder ab. 2017 qualifiziert man sich mit einem dritten Platz für die Relegation, verlor dort aber gegen den Niedersächsischen Rivalen VfL Wolfsburg.

In der Folgespielzeit war die Eintracht lange Zeit im Mittelmaß der Tabelle. Die Liga war zum Ende der Saison so eng, dass die Braunschweiger durch zwei Niederlagen auf den 17. Tabellenplatz durchgereicht wurden und mehr als dramatisch absteigen mussten. Nach einer katastrophalen Hinrunde, als man abgeschlagen auf dem letzten Platz stand, schafften die Braunschweiger am letzten Spieltag den Klassenerhalt in der 3. Liga. Jetzt spielt man die zweite Saison in Folge in der 3. Liga.

Das erste Spiel: Fand am 16. August 1989 im Rahmen des 4. Spieltag der 2. Bundesliga-Saison 1989/90 statt. 5.000 Zuschauer in der Unterhachinger Grünau sahen ein 1:1-Unentschieden.

Erster Torschütze für die SpVgg: Roland Reichel traf mit dem Pausenpfiff in der 45. Minute zum 1:1 Endstand.

Bilanz: 17 Vergleiche gab es bisher zwischen der Spielvereinigung und dem BTSV. Dabei konnte Unterhaching sechs und Braunschweig sieben Partien gewinnen. Vier Spiele endeten unentschieden. Gesamttorverhältnis: 17:22 aus Sicht der Rot-Blauen.

Wissenswert: Durch den 1:0-Sieg in Unterhaching am 11. April 2011 konnte Eintracht Braunschweig damals bereits am 32. Spieltag der Saison 2010/11 den Aufstieg in die 2. Bundesliga feiern.