Gegnervorschau: SG Dynamo Dresden

Am 31. Spieltag der Saison 2020/21 kommt es zum Duell gegen die Sportgemeinschaft Dynamo Dresden. Wir blicken auf den Verein aus Sachsen sowie auf die Statistik mit unserer Spielvereinigung.

SG Dynamo Dresden: Formell wurde die SGD am 12. April 1953 gegründet, sie steht aber, wie viele andere Vereine aus dem ehemaligen Gebiet der DDR, in der Nachfolge anderer Vereine. Der erste überregional erfolgreiche Verein aus der Sächsischen Landeshauptstadt war der bereits 1898 gegründete Dresdner SC. Schon bei der ersten Auflage der Mitteldeutschen Fußballmeisterschaft 1901/02 erreichten die Dresdner das Endspiel, welches aber gegen Wacker Leipzig verloren ging. 1905 erreichte die Mannschaft sogar das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft, konnte die Erfolge in den Folgejahren allerdings nicht wiederholen.

Nach dem Ende des 1. Weltkriegs kam der Dresdner SC zurück in die Erfolgsspur. Mehrfach wurde der Verein Mitteldeutscher Meister und konnte auch in der Deutschen Meisterschaft weitere Erfolge feiern, dort zog man 1930 ins Halbfinale ein. Mit Einführung der Gauligen 1933, etablierte sich der DSC als Spitzenmannschaft und landete immer auf einem den ersten vier Plätze der Gauliga Sachsen.

Mit Ausbruch des 2. Weltkriegs stieg der Verein schließlich in die nationale Spitze auf. 1940 gewann man erstmals den DFB-Pokal, den man im Folgejahr verteidigen konnte. 1940, 1943 und 1944 stand man jeweils im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft. Diese konnte man erstmals im Jahr 1943, durch einen 3:0-Sieg im Endspiel gegen den FV Saarbrücken, gewinnen. Im Folgejahr konnte man den Titel durch ein 4:0 gegen den LSV (Luftwaffen-Sportverein) Hamburg verteidigen.

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde 1945 die SG Dresden-Friedrichstadt als Nachfolger des Dresdner SC gegründet. Friedrichstadt wurde in der Spielzeit 1949/50 Gründungsmitglied der DDR-Oberliga und feierte im gleichen Jahr die Vizemeisterschaft der DDR, nachdem man am letzten Spieltag ein „Endspiel“ gegen Zwickau mit 1:5 verlor. Im Anschluss an das Spielende verweigerten die Dresdner den üblichen Sportgruß und Zuschauer bedrängten die Zwickauer Spieler.

Die Vorfälle des „Endspiels“ nahm das DDR-Regime zum Anlass die SG Dresden-Friedrichstadt aufzulösen und stattdessen die SG Volkspolizei Dresden in der Oberliga starten zu lassen. Die Volkspolizei konnte 1951/52 erstmals den FDGB-Pokal gewinnen, wurde aber schon 1953 liquidieret. Während der laufenden Saison 1952/53 wurde vom Regime der DDR die zentrale Sportvereinigung Dynamo gegründet und am 12. April 1953 offiziell die SG Dynamo Dresden. Die SG Volkspolizei wurde daher kurzerhand in SG Dynamo Dresden umbenannt.

Durch einen Sieg im notwendig gewordenen Entscheidungsspiel gegen Wismut Aue, konnte Dynamo schon im ersten Jahr des Bestehens die DDR-Meisterschaft feiern. Aber schon in der Saison 1954/55 gab es erneut einen Einschnitt im DDR-Fußball. Das Regime delegierte unter anderem die komplette Mannschaft der Dresdner nach Berlin. Dynamo Dresden übernahm den Platz des zweitklassigen SC DHfK Leipzig. Am Saisonende stürzte der Verein sogar in die drittklassige 2. DDR-Liga ab. Selbst dort konnte man sich 1956 nicht mehr halten und fand sich in der Spielzeit 1957 (die DDR spielte 1955 bis 1960 nach sowjetischem Vorbild im Kalenderjahr) in der Viertklassigkeit.

Mit zwei Meisterschaften, 1957 in der Bezirksliga und 1958 in der 2. DDR-Liga, kehrte man 1959 in die Zweitklassigkeit zurück. Innerhalb von drei weiteren Spielzeiten schaffte Dresden den Weg zurück in die Oberliga, musste allerdings nach der Spielzeit 1962/63 umgehend wieder zurück in die DDR-Liga. Für die Rückkehr benötigte man dieses Mal nur eine Spielzeit. 1966/67 qualifizierte man sich durch einen vierten Platz erstmals für den europäischen Wettbewerb. Im Messestädte-Pokal scheiterte man aber schon in der ersten Runde an den Glasgow Rangers. Auch in der Liga lief in der Saison 1967/68 alles schief und am Ende stand ein bitterer Abstieg in die DDR-Liga.

Die 70er Jahre sind bis heute die erfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte. Nach dem Wiederaufstieg 1969, feierte man in der Spielzeit 1970/71 die zweite DDR-Meisterschaft und konnte mit einem Sieg gegen Dynamo Berlin im FDGB-Pokal-Finale sogar das erste Double perfekt machen. In den folgenden Jahren erreichte Dynamo immer mindestens den dritten Platz in der Liga und feierte schon 1973 die nächste Meisterschaft. Nach zwei weiteren dritten Plätzen wurde man zwischen 1976 und 1978 drei Jahre in Folge Meister der DDR. Bis zur Saison 1979/80 stand man zudem insgesamt vier Mal im Finale des FDGB-Pokals, konnte ihn aber nur 1977 gewinnen.

Bei der erstmaligen Teilnahme im Europapokal der Landesmeister 1971/72 scheiterte man noch in der ersten Runde, aber in den Folgejahren sorgten die Dresdner auch international für Schlagzeilen. 1973/74 gab es das erste Deutsche Duell im Europapokal, als man gegen Bayern München im Achtelfinale des Landemeisterwettbewerbs ausschied. 1977/78 und 1978/79 erreichte man jeweils das Viertelfinale im Landesmeisterwettbewerb. Auch im UEFA-Pokal feierte man Erfolge und erreichte zwei Mal das Viertelfinale, scheiterte aber jeweils am FC Liverpool.

In den 80er Jahren feierte Dynamo vor allem Erfolge im FDGB-Pokal, den man 1982, 1984, 1985 sowie 1990 gewinnen konnte. In der DDR-Oberliga feierte man mehrfach die Vizemeisterschaft, erstarkte aber zum Ende des Jahrzehnts und gewann 1988/89, sowie 1989/90 jeweils die Meisterschaft der DDR. Im Europapokal zog man jeweils 1984/85 und 1985/86 ins Viertelfinale des Pokalsiegerwettbewerbs ein. 1985/86 schied man dabei nach einem 2:0-Sieg im Hinspiel durch ein denkwürdiges 3:7 in Uerdingen aus. 1988/89 erreichte man im UEFA-Cup das Halbfinale, welches man gegen aber den VfB Stuttgart verlor.

Im Zuge der Deutschen Einheit benannte man sich am 1. Juni 1990 in 1. FC Dynamo Dresden um und wurde in der Saison 1990/91 der letzte Vizemeister der DDR, verbunden mit der Qualifikation für die Bundesliga. Das bis heute letzte Europapokalspiel der Dresdner wurde im Jahr 1991 von Zuschauerausschreitungen überschattet. Das Rückspiel im Viertelfinale gegen Roter Stern Belgrad musste beim Stand von 1:2 abgebrochen werden und wurde im Anschluss gegen Dresden gewertet. Dynamo wurde daraufhin mit einer Sperre für Europapokalwettbewerbe von zwei Jahren belegt.

Vier Spielzeiten konnte sich Dynamo Dresden in der Bundesliga halten und dabei 1993/94 sogar trotz eines Abzugs von vier Punkten die Liga erhalten. 1994/95 stieg der Verein schließlich als abgeschlagenes Tabellenschlusslicht in die 2. Bundesliga ab. Da der DFB dem Verein die Lizenz verweigerte, stürzte Dresden daraufhin bis in die drittklassige Regionalliga ab. Die erfolgreichste Saison der nächsten Jahre wurde die Spielzeit 1997/98, als man Vizemeister der Regionalliga wurde und nur knapp den Aufstieg in die 2. Bundesliga verpasste.

Als 1999/00 die Regionalligen umstrukturiert wurden, konnte sich Dresden nicht qualifizieren und musste für zwei Spielzeiten in die viertklassige Oberliga Nordost. Nachdem man 2002/03 den Klassenerhalt feiern konnte, wurde man 2004 Vizemeister der Regionalliga Nord und stieg damit erstmal in die 2. Bundesliga auf. Nach einem guten achten Platz, musste man nach zwei Spielzeiten im Jahr 2006 die zweite Bundesliga wieder verlassen. In den nächsten Jahren spielte der Verein durchgehend drittklassig. Erst in der Regionalliga Nord, dann ab 2008 in der neu gegründeten 3. Liga. Am 1. Juli 2007 benannte sich der Verein wieder in SG Dynamo Dresden um.

Als Dritter der Saison 2010/11 bestritt man erfolgreich die Relegationsspiele gegen den VfL Osnabrück und feierte damit die Rückkehr in die 2. Bundesliga. 2012/13 kam es zur Neuauflage der Relegation gegen den VfL Osnabrück, welche Dynamo erneut gewinnen konnte. Drei Spielzeiten hielten sich die Sachsen im Unterhaus, ehe es 2014 zurück in die 3. Liga ging. Nach einem sechsten Platz 2014/15, wurde Dresden 2016 Meister der 3. Liga und stieg zum dritten Mal in die 2. Bundesliga auf.

Einem souveränen Klassenerhalt in der Saison 2016/17, als man fünfter wurde, folgten ein 14. und ein 12. Platz. In der Pandemie bedingt unterbrochenen Saison 2019/20 stieg man schließlich nach vier Jahren Zweitklassigkeit als Tabellenschlusslicht in die 3. Liga ab, in der man heute spielt.

Das erste Spiel: Fand am 21. November 2004 statt. Am 14. Spieltag der 2. Bundesliga Saison 2004/05 gab es im alten Dresdener Stadion eine 0:1 Niederlage für die Rot-Blauen. 11.206 Zuschauer bejubelten den Siegtreffer durch Lavric bereits nach vier Minuten.

Aufstellung der SpVgg: Philipp Heerwagen – Carsten Sträßer (46. Goran Sukalo), Ivica Majstorovic, Darlington Omodiagbe, Ralf Bucher – Norman Loose, Barbaros Barut (65. Thomas Sobotzik), Matthias Lust, Silvo Adzic – Marcel Schied (80. Robert Lechleiter), Francisco Copado – Trainer: Andreas Brehme

Tore für Unterhaching: Fehlanzeige

Bilanz: 13 Partien gab es zwischen Unterhaching und den Sachsen. Die Bilanz zeigt dabei mit 5 Siegen, 2 Unentschieden und 6 Niederlagen knapp in Richtung der Gäste. Gesamttorverhältnis: 13:17 für Dynamo Dresden.

Wissenswert: Am 34. Spieltag der 2. Bundesliga Saison 2005/06 gab es ein Fernduell um den Klassenerhalt zwischen Dynamo Dresden und der Spielvereinigung. Während die Spielvereinigung im Sportpark den Tabellenführer VfL Bochum empfing, traf Dresden im Ostseestadion auf Hansa Rostock. Da die Partie in Rostock ausverkauft war, fanden sich im Sportpark etwa 300 Fans der Sachsen ein, die das Spiel in einem eigenen Block verfolgten. Durch ein 0:0 sicherte sich die Spielvereinigung den Klassenerhalt und die 300 Dresdner Fans verließen, trotz eigenem 3:1 Sieg in Rostock, traurig den Sportpark.