Gegnervorschau: SC Verl

Am 9. Spieltag der 3. Liga Saison 2020/21 kommt es zum erstmaligen Duell der Spielvereinigung gegen den Sportclub Verl. Wir blicken auf die Geschichte unseres Gastes:

Sportclub Verl: Der am 06. September 1924 gegründete Sportclub Verl konnte schon bald nach seiner Gründung erste sportliche Erfolge feiern. So stieg man 1928 in die 1. Kreisklasse und 1932 in die 2. Bezirksklasse auf. In der Vita steht zudem der Gau-Pokal-Sieg 1931 im Kreis Wiedenbrück.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges starteten die Ostwestfalen in der Kreisklasse und feierten schon 1947 den Wiederaufstieg in die Bezirksklasse. Die Liga war allerdings zu hoch für den Verein und so ging es nach nur einer Spielzeit zurück in die Kreisklasse. Es dauerte anschließend bis ins Jahr 1960, ehe man die Rückkehr in die Bezirksklasse feiern konnte. Überregionale Bedeutung erreichte der Sportclub erstmals mit dem Aufstieg in die damals viertklassige Landesliga 1970.

Der Landesliga-Aufsteiger spielte eine starke Saison und konnte am Saisonende 1970/71 einen tollen dritten Platz feiern. In den Spielzeiten 1972/73 und 1973/74 wurde der Verein erneut jeweils Dritter. 1973 hatte man dabei sogar nur zwei Punkte Rückstand auf den Meister. Durch die Vizemeisterschaft 1978 stieg der Verein in die Verbandsliga auf. Da zur Saison 1978/79 allerdings die Oberliga Westfalen eingeführt wurde, bedeute der Aufstieg nur den Verbleib in der Viertklassigkeit.

1979/80 feierte der Verein den bis dato größten Erfolg in der Vereinsgeschichte, als man sich erstmals für den DFB-Pokal qualifizieren konnte. Der Viertligist sorgte für mächtig Furore und erreichte nach Siegen über den VfB Oldenburg und die SV Elversberg sensationell die dritte Runde. Eine deutliches 1:7 gegen Zweitligist Stuttgarter Kickers bedeutete dann aber Endstation für die Verler.

Der kontinuierliche Aufstieg der Schwarz-Weißen wurde auch in der Verbandsliga nicht gestoppt. Schon im ersten Jahr erreichte man den vierten Tabellenplatz. Bereits 1981 klopfte man ans Tor zur Oberliga, als man mit nur zwei Punkten Rückstand Vizemeister wurde. Es folgten ein achter sowie zwei vierte Plätze. 1984/85 griff der Verein erneut an, am Ende fehlte ein einziger Punkt auf Meister Recklinghausen. In der Folgespielzeit gewann der Sportclub aber schließlich die Meisterschaft und spielte somit zur Saison 1986/87 erstmals in der drittklassigen Oberliga Westfalen.

Der Sportclub hatte in seiner Oberliga-Premierensaison nichts mit dem Abstieg zu tun und wurde Neunter. In der Folgesaison kämpfte man lange um den Klassenerhalt und blieb nur aufgrund des besseren Torverhältnisses in der Liga. Nach zwei Platzierungen im Mittelfeld wurde der Verein 1990/91 Meister der Oberliga Westfalen und qualifizierte sich somit für die Aufstiegsspiele zur 2. Bundesliga. Drei Siege konnten die Schwarz-Weißen erringen, das reichte aber nur zu einem vierten Platz und somit blieb der Traum vom Profifußball ein Traum.

1992/93 wurde Verl Vizemeister und nahm erstmals an der Deutschen Amateurmeisterschaft teil, schied dort aber sang- und klanglos aus. Im Folgejahr qualifizierte man sich für die neu geschaffenen Regionalligen durch einen fünften Platz. Nur Arminia Bielefeld musste man in der Saison 1994/95 den Vortritt lassen und verpasste somit erneut den Aufstieg in die 2. Bundesliga. In der Amateurmeisterschaft, für die man sich als Vizemeister erneut qualifiziert hatte, gab es im Halbfinale das Aus.

In den Folgejahren blieb Verl in der Regionalliga, auch als diese ab 2001 nur noch zweigleisig ausgespielt wurde. 1999/00 sorgte man erneut für bundesweite Schlagzeilen, als man in der ersten Runde des DFB-Pokal Bundesligaabsteiger Mönchengladbach im Elfmeterschießen aus dem Wettbewerb werfen konnte. Die steigende Professionalisierung der Konkurrenz sorgte schließlich aber dafür, dass man 2003 nach 17 Jahren Drittklassigkeit und erstmals seit 1948 einen Abstieg hinnehmen musste.

Den direkten Wiederaufstieg verpasste man an der Poststraße allerdings und wurde nur Vizemeister. Auch in den folgenden Spielzeiten konnte man zwar oben mitspielen, der Wiederaufstieg gelang allerdings erst 2006/07. Da zur Saison 2008/09 die 3. Liga eingeführt wurde, blieb man in Verl nur eine Spielzeit lang drittklassig. Als 18. und Vorletzter hatte man über 20 Punkte Rückstand auf den für die Qualifikation notwendigen 10. Tabellenplatz. Das neue sportliche Zuhause fand man daher in der Regionalliga West.

Zwei weitere Westfalenpokalsiege feierte der Verein 2007 und 2010 und qualifizierte sich jeweils für den DFB-Pokal. Kurioserweise hieß der Gegner in beiden Erstrundenbegegnungen des DFB-Pokals jeweils TSV 1860 München. 2010 führte man nach einer frühen Führung über 60 Minuten, ehe die Löwen das Spiel mit einem Doppelschlag drehten. In der Saison 2019/20 erreichte man erneut den DFB-Pokal und konnte nach Siegen über den FC Augsburg, sowie Holstein Kiel, bis ins Achtelfinale vordringen, wo man Union Berlin denkbar knapp mit 0:1 unterlag.

Insgesamt verbrachte der Sportclub zwischen 2008/09 und der abgebrochenen Saison 2019/20 zwölf Spielzeiten in der Regionalliga West. In echte Abstiegsgefahr geriet man an der Poststraße in keiner der Spielzeiten. Die besten Platzierungen waren zwei siebte Plätze (2015 und 2017). In der wegen des Covid-19-Virus abgebrochenen Spielzeit 2019/20 stand Verl zum Zeitpunkt des Abbruchs auf dem zweiten Tabellenplatz. Da der Tabellenführer Rödinghausen verzichtete, nahm Verl an den Aufstiegsspielen gegen den Nordostqualifikanten 1. FC Lok Leipzig teil. Durch ein 2:2 in Probstheida und ein 1:1 auf der Bielefelder Alm feierte man den erstmaligen Aufstieg in die 3. Liga.