Gegnervorschau: 1. FC Saarbrücken

Am 24. Spieltag der 3. Liga Saison 2020/21 empfängt die Spielvereinigung den 1. FC Saarbrücken. Wir werfen einen Blick auf die Blau-Schwarzen aus dem Saarland sowie auf die Statistik mit unserer Spielvereinigung.

1. FC Saarbrücken: Am 18. April 1903 gründeten “fußballwillige Kicker” (Zitat Homepage Saarbrücken) innerhalb des TV 1876 Malstatt eine Fußballabteilung. Schon vier Jahre später aber ging man eigene Wege und gründete den FV Malstatt-Burbach, welcher fortan in der B-Klasse auf Torejagd ging. Im Jahr 1909 wurde die bis dahin eigenständige Stadt Malstatt ein Stadtteil der neu gegründeten Großstadt Saarbrücken. Der Verein benannte sich deshalb in FV Saarbrücken um.

Überregionale Bedeutung erreichten die Saarländer erst nach Ende des ersten Weltkrieg. Ab der Saison 1919/20 startete man in der Kreisliga Saar und spielte damit erstmals erstklassig. Nach mehreren Platzierungen im Mittelfeld, wurde man 1924/25 Vizemeister der mittlerweile in Bezirksliga Rheinhessen/Saar umbenannten Staffel. Nur ein Jahr später feierte man die erste Meisterschaft, mit der damit verbundenen Qualifikation für die Süddeutsche Meisterschaft. Lediglich einen Sieg konnten die Blau-Schwarzen in der Endrunde erringen und schieden bereits in der Gruppenphase aus. Bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933, konnte sich der FV noch zwei weitere Male für die Süddeutsche Meisterschaft qualifizieren. Als Meister der Bezirksliga wurde man 1928 erneut Letzter der Gruppenphase. 1931/32 reichte schon die Vizemeisterschaft zur erneuten Qualifikation für die Endrunde. Bei der dritten Teilnahme konnte man immerhin vier Siege feiern, schied aber trotzdem in der Gruppenphase aus.

Die Einführung der Gauligen 1933 führte erst einmal zu einem Einschnitt für den Verein, der als Tabellenfünfter der Vorsaison in die Zweitklassigkeit absteigen musste. Zwei Spielzeiten benötigte man, um zur Saison 1935/36 in die Gauliga aufzusteigen. Zurück in der Erstklassigkeit hieß es beim FV Saarbrücken vorerst kleinere Brötchen backen. Nach zwei siebten Plätzen blieb man 1937/38 nur dank des besseren Torverhältnisses erstklassig. Nach einem neunten Platz 1938/39, forderte der Kriegsausbruch seinen Tribut. Saarbrücken ließ als Frontstadt für die Saison 1939/40 den Spielbetrieb ruhen, aber schon in der Spielzeit 1940/41 jagte man im Saarland wieder dem Ball nach. Der FV wurde im selben Jahr Meister der Staffel Saarpfalz, verlor aber die beiden Endspiele um die Meisterschaft der Gauliga Südwest gegen die Offenbacher Kickers.

Seinen bis dato größten sportlichen Erfolg feierte der FV Saarbrücken in der Saison 1942/43. Als Meister der Gauliga Westmark, nahm man erstmals an der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft teil. Nach Siegen gegen den FC Mülhausen (5:1), Viktoria Köln (5:0) und dem VfR Mannheim (3:2) schaltete man im Halbfinale den First Vienna FC (2:1) aus und stand damit im Endspiel. Gegen den Dresdner SC hielten die Saarbrücker vor 80.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion lange ein 0:0, ehe die Sachsen durch einen Doppelschlag in der 52. und 60. Minute auf Sieg stellten. Am Ende stand eine 0:3-Niederlage und die Deutsche Vizemeisterschaft. In der Spielzeit 1943/44 musste man kriegsbedingt eine Spielgemeinschaft mit dem SC Altenkessel eingehen, konnte aber trotzdem den Meistertitel verteidigen. Bis ins Halbfinale drang die Kriegsspielgemeinschaft vor, schied dann aber durch ein 1:5 gegen den 1. FC Nürnberg aus. Es war das letzte organisierte Spiel, bevor der Spielbetrieb kriegsbedingt eingestellt werden musste.

Nach Kriegsende wurde am 25. November 1945 der 1. Fußball-Club Saarbrücken gegründet, da politisch bedingt alle alten Vereine aufgelöst werden mussten. Zur Saison 1945/46 nahm man an der neu gegründeten Oberliga Südwest teil und wurde auf Anhieb Meister. Nach einem 5:0-Sieg im Hinspiel gab es gegen Fortuna Rastatt ein 4:4 im Rückspiel, wodurch der FCS die französische Zonenmeisterschaft gewann. 1947 wurde Saarbrücken Dritter und 1948 Vizemeister der Zonenliga. Die vorübergehende politische und wirtschaftliche Abtrennung des Saarlands von Deutschland bedeutete für die Blau-Schwarzen erneut einen tiefen Einschnitt ins Vereinsleben. Die Vereine des Saarlands durften zur Saison 1948/49 nicht mehr in der Oberliga teilnehmen und mussten in der eigenständigen Ehrenliga Saarland antreten. Der FCS stellte daraufhin im Laufe des Sommers einen Antrag beim französischen Fußballverband und durfte als inoffizieller Gast in der Meisterschaft der 2. Division teilnehmen. Die als FC Sarrebruck antretende Mannschaft dominierte die Liga und hätte die Meisterschaft gewonnen, wäre sie als offizieller Teilnehmer gewertet worden. Ein Antrag beim französischen Fußballverband auf offizielle Aufnahme scheiterte im Folgejahr und so bestritt der Verein zwei Jahre lang nur Freundschaftsspiele und trug in dieser Zeit den internationalen Saarlandpokal aus. Die zweite Mannschaft der Saarbrücker spielte zur selben Zeit in der Ehrenliga des Saarlands und wurde dort 1950/51 sogar Meister.

Zur Spielzeit 1951/52 wurden die Vereine aus dem Saarland wieder im Deutschen Ligensystem eingegliedert und der 1. FC Saarbrücken kehrte in die Oberliga zurück. Die Rückkehr wurde für die Blau-Schwarzen zum Triumphzug, welcher die Mannschaft bis ins Endspiel um die Deutsche Meisterschaft führte. Als Meister der Oberliga Südwest konnte man in der Gruppenphase der Deutschen Meisterschaft die Altmeister aus Nürnberg, Hamburg und Gelsenkirchen ausschalten und zog so in das Endspiel gegen den VfB Stuttgart ein. Vor 84.000 Zuschauern in Ludwigshafen erzielte man die 1:0 in Führung, musste aber noch vor der Pause einen Doppelschlag hinnehmen und ging somit mit 1:2 in die Pause. Nach der Pause konnte man das Spiel zum umjubelten 2:2 ausgleichen, verlor aber schlussendlich 2:3. Es war die zweite Vizemeisterschaft, nachdem man bereits 1943 das Endspiel verloren hatte.

Ein Kuriosum gab es in der Spielzeit 1955/56, als der damals eigenständige Saarländische Fußballverband den 1. FC Saarbrücken für den Landesmeisterwettbewerb meldete. In der ersten Runde wurde den Blau-Schwarzen der AC Mailand zugelost. Nach einem verrückten 4:3-Sieg in Mailand, schied man allerdings durch eine 1:4-Niederlage im Ludwigspark aus. In den folgenden Jahren belegte der Verein zwar vordere Plätze in der Oberliga, qualifizierte sich aber erst 1956/57 erneut für die Deutsche Meisterschaft. Als Vizemeister des Südwestens, ging man aber in der Gruppenphase der Endrunde baden. Im gleichen Jahr sorgte man auch erstmals im DFB-Pokal für Furore, als man erst im Halbfinale am späteren Sieger FC Bayern München scheiterte. Auch im Folgejahr zog man erneut ins Halbfinale des Pokalwettbewerbs ein, verlor dort erneut gegen den späteren Sieger, dieses Mal der VfB Stuttgart.

1960/61 nahm man als Oberliga-Meister letztmals an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft teil, kam aber erneut nicht über die Gruppenphase hinaus. In den beiden verbleibenden Spielzeiten bis zur Gründung der Bundesliga wurde man Dritter und Fünfter. Der 1. FC Saarbrücken war in der Spielzeit 1963/64 eines von 16 Gründungsmitgliedern der Bundesliga. Die Liga war allerdings deutlich zu groß für die Saarländer, die schon nach sechs Spieltagen auf dem letzten Tabellenplatz standen und schlussendlich absteigen mussten.

Die zweitklassige Regionalliga Südwest wurde über die nächsten zehn Jahre das sportliche Zuhause der Saarländer. Zwar wurde man schon im ersten Jahr nach dem Abstieg Meister, konnte sich aber in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga nicht durchsetzen. Auch im Folgejahr scheiterte man an der Rückkehr in die Bundesliga, dieses Mal als Vizemeister. Als 1974/75 die 2. Bundesliga eingeführt wurde, nahmen die Saarbrücker teil, obwohl sie sich sportlich dafür nicht qualifiziert hatten. Der kleine SV Alsenborn zog am grünen Tisch den Kürzeren gegen die Blau-Schwarzen.

Die 2. Bundesliga blieb nur eine Durchgangsstation für Saarbrücken. Bereits im zweiten Jahr konnte man als Meister der Saison 1975/76 die Rückkehr in die Bundesliga feiern. Neun Siege und elf Unentschieden reichten dem Aufsteiger um mit einem Punkt Vorsprung als 14. erstmals den Klassenerhalt in der Bundesliga zu feiern. Im zweiten Jahr stand man erneut von Anfang an mit dem Rücken an der Wand. Am Saisonende hatte man satte neun Punkte Rückstand auf den rettenden 15. Platz und stieg als Vorletzter ab.

Der Absteiger stabilisierte sich in der 2. Bundesliga und holte mit einem achten, sowie einem fünften Platz der Südgruppe respektable Ergebnisse. In der Spielzeit 1980/81 wurde die 2. Bundesliga letztmals zweigeteilt ausgetragen. Der FCS scheiterte krachend an der Qualifikation für das eingleisige Unterhaus und stürzte am Saisonende sogar in die drittklassige Oberliga Südwest ab. Selbst dort kam der Verein nicht zur Ruhe und brauchte zwei Spielzeiten für den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga. Der Fahrstuhl für Saarbrücken hielt nur zwei Spielzeiten im Unterhaus. Als Dritter der 2. Bundesliga, konnte man 1984/85, nach erfolgreicher Relegation gegen Arminia Bielefeld, den erneuten Aufstieg in die Bundesliga feiern. Neben der Rückkehr in die Bundesliga, feierte man auch im DFB-Pokal erneut den Einzug ins Halbfinale. Der Traum vom Endspiel erfüllte sich nicht, der spätere Sieger Bayer 05 Uerdingen setzte sich mit 1:0 durch.

Die Bundesliga war auch in der Saison 1985/86 zu groß für den 1. FC Saarbrücken. Als Vorletzter ging es umgehend zurück in die 2. Bundesliga und fast wäre der Absteiger erneut in die Drittklassigkeit abgestürzt. Als 15. konnte man aber schlussendlich die Katastrophe verhindern. Auch in der zweiten Spielzeit im Unterhaus konnte man mit einem 13. Tabellenplatz lediglich den Klassenerhalt feiern. 1988/89 klopfte man als Dritter erneut ans Oberhaus an, in den Relegationsspielen hatte allerdings Eintracht Frankfurt das Glück auf seiner Seite. Auch eine Spielzeit später bestritt man als Dritter die Relegationsspiele. Auch gegen den VfL Bochum versagte Glücksgöttin Fortuna dem FCS erneut den Dienst. Erst 1991/92 schaffte man als Meister der 2. Bundesliga Süd die dritte Rückkehr in die Bundesliga.

Auch bei der vierten Teilnahme im Oberhaus zeigte sich die Bundesliga als zu groß für den 1. FC Saarbrücken. Die Saarländer blieben chancenlos und mussten als Tabellenschlusslicht der Saison 1992/93 umgehend zurück in die 2. Bundesliga. 1994/95 wird man in der Endabrechnung siebter der 2. Liga, aufgrund fehlender Unterlagen entzieht der DFB dem FCS allerdings die Lizenz und der Verein muss absteigen. Nach dem Schock und einer erfolgten Neustrukturierung, benötigte man fünf Spielzeiten in der Regionalliga um 2000/01 ins Unterhaus zurückzukehren. Das Gastspiel dauerte dieses Mal zwei Spielzeiten, ehe man nach der Saison 2001/02 erneut absteigen muss. Zwei Jahren Drittklassigkeit folgte 2004 der bis heute letzte Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Erneut zwei Spielzeiten dauerte das bis heute letzte Gastspiel der Saarländer in der 2. Bundesliga. Mit dem Abstieg 2006 folgten äußerst bittere Jahre für den Verein. In der Regionalliga Saison 2006/07 hatte vor dem letzten Spieltag drei Plätze, zwei Punkte und zwei Tore Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Aufgrund der eigenen Niederlage und ungünstiger Ergebnisse auf den anderen Plätzen, wurde Saarbrücken von der 2. Bundesliga direkt in die viertklassige Oberliga durchgereicht. Auch in der Oberliga hatte das Schicksal keine Gnade mit Saarbrücken. Aufgrund der Einführung der 3. Liga zur Saison 2008/09 wurden auch die Regionalligen reformiert. Ein vierter Platz hätte zur Qualifikation für die neue Regionalliga West gereicht. Der FCS wurde fünfter und spielte damit erstmals in der Vereinsgeschichte fünftklassig.

Am Tiefpunkt der Vereinsgeschichte kehrte endlich das Glück zurück an den Ludwigspark. Als Meister der Saison 2008/09 konnte man die fünftklassige Oberliga Südwest verlassen. Der Aufsteiger deklassierte die Konkurrenz der Regionalliga im Folgejahr um satte acht Punkte und marschierte in die 3. Liga durch. Auch in der 3. Liga spielte der Aufsteiger in der Saison 2010/11 eine gute Rolle und feierte mit dem sechsten Platz den souveränen Klassenerhalt. Auch in den beiden folgenden Jahren landete man jeweils im Mittelfeld der Liga, ehe man am Ende der Saison 2013/14 aber erneut in die Regionalliga zurück musste.

Bereits im ersten Jahr in der Regionalliga klopfte man wieder am Tor zur 3. Liga an. In den Relegationsspielen gegen den bayerischen Vertreter Würzburger Kickers zog man allerdings den kürzeren. Nach einem siebten, sowie einem dritten Platz, wurde man 2017/18 wieder Meister der Regionalliga. In den Relegationsspielen musste man wieder dem Bayerischen Meister den Vortritt lassen, 1860 München stieg statt den Saarländern auf. Nach Umstellung der Aufstiegsregelung wurde man 2018/19 Vizemeister hinter Mannheim und blieb deshalb Vierklassig. Saarbrücken stand in der Saison 2019/20, zum Zeitpunkt des Abbruchs durch die Covid-19 Pandemie, auf dem ersten Tabellenplatz und wurde als Meister gewertet und stieg in die 3. Liga auf. Neben dem Aufstieg feierte man auch im DFB-Pokal große Erfolge. Erst im Halbfinale endete der Traum von Berlin durch ein 0:3 gegen Bayer Leverkusen.

Das erste Spiel: Fand am 4. Juni 1983 statt. Vor 18.000 Zuschauern im Saarbrücker Ludwigspark, gewann der Gastgeber die Partie am 3. Spieltag der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga der Saison 1983/84 mit 3:2 (0:1).

Aufstellung der SpVgg: Wolfgang Kellner – Klaus Brand, Josef Pfluger, Reiner Maurer, Peter Gebele – Kurt Eigl, Siegfried Heigl, Rainer Adrion, Andreas Karow, Dragan Mucalica (75. Wolfgang Ruhdorfer), Rudolf Fichtner (62. Wolfgang Proksch) – Trainer: Peter Grosser

Tore für Unterhaching: 0:1 Rainer Adrion (12.), 2:2 Siegfried Heigl (85.)

Bilanz: 22 Partien in der 2. Bundesliga, 3. Liga, der Regionalliga Süd, dem DFB-Pokal und der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga bestritt die SpVgg bereits gegen die Saarländer. Unterhaching ging dabei in 7 Partien als Sieger vom Platz und verlor 9 Spiele. Sechs Vergleiche blieben ohne Sieger. Gesamttorverhältnis: 39:40 Tore.

Wissenswert: Am 27. Spieltag der 2. Bundesliga Saison 2001/02 feierte die SpVgg mit 8:0 (4:0) gegen den 1. FC Saarbrücken ihren höchsten Sieg im bezahlten Fußball. Die Partie der beiden späteren Absteiger wollten lediglich 3000 Zuschauer sehen, diese wurden allerdings nicht enttäuscht. Bereits nach 11 Minuten ging die Spielvereinigung durch Francisco Copado mit 1:0 in Führung. Alexander Bugera (21. Foulelfmeter), Dennis Grassow (40.) sowie Uwe Rösler (45.) erzielten die weiteren Tore vor der Pause. Nach 63. Minuten folgte das 5:0 durch ein Saarbrücker Eigentor. Stefan Lexa (73.) und Danny Schwarz (80.) erhöhten auf 7:0, ehe Alexander Strehmel (84.) mit seinem Treffer zum 8:0 dem Spektakel ein Ende bereitete.