30 Jahre Stadion am Sportpark

Am 10. April 1992, also exakt vor 30 Jahren, bestritt die Spielvereinigung erstmals ein Pflichtspiel im für 16 Millionen Mark neu gebautem Stadion am Sportpark. 2.500 Zeitzeugen sahen damals einen 3:0 (2:0)-Sieg des Bayernliga-Tabellenführers gegen den TSV Schwaben Augsburg. Matthias Hamann war es vorbehalten, nach 30 Minuten das Premierentor im neuen Stadion zu erzielen, vom dem es übrigens kein Videomaterial gibt. Der damals übertragende bayerische Rundfunk konnte aus technischen Gründen den Treffer nicht aufzeichnen. Die weiteren Treffer an diesem Freitagabend erzielten Thomas Niklaus (36.) und Helmut Lemberger (51.). Wir blicken zurück auf 30 Jahre Stadion am Sportpark.

Sportpark bei der Eröffnung - Bildrechte: Archiv SpVgg
Sportpark bei der Eröffnung – Bildrechte: Archiv SpVgg

Rot-Blaue Heimspiele:
Seit diesem Freitag im April 1992 trug die erste Mannschaft der Rot-Blauen insgesamt 573 Pflichtspiele sowie unzählige Freundschafts- und Vorbereitungsspiele im Sportpark aus. Auch die mittlerweile aufgelöste 2. Mannschaft trug regelmäßig Risikospiele im Stadion aus. Für die Spielzeit 2008/09 qualifizierte sich die Mannschaft von Kulttrainer Alfred „Fredi“ Ruthe für die neu eingeführte viertklassige Regionalliga Süd. Aufgrund von Sicherheitsauflagen musste die 2. Mannschaft alle Heimspiele im Sportpark austragen. Auch die Mannschaften der U19 und U17 nutzen regelmäßig den Sportpark für ihre Heimspiele in den Juniorenbundesligen.

Die 573 Pflichtspielen entfielen neben Punktspielen auch auf Pokalpartien sowie Begegnungen in denen es um den Aufstieg ging. Neben 29 Pokalspielen (20 x DFB-Pokal, 9 x Toto-Pokal) gab es 34 Spiele in der Bundesliga und 176 Partien in der 2. Bundesliga. Weiter gab es 281 Partien in drittklassigen Spielklassen (209 x 3. Liga, 52 x Regionalliga Süd, 20 x Bayernliga) und 50 Heimspiele in der viertklassigen Regionalliga Bayern. 2 Spiele fanden im Rahmen der Aufstiegsspiele zur 2. Bundesliga statt und eine Partie um die Relegation zur 3. Liga.

Die Trainer: 
Insgesamt 19 Trainer standen in den letzten 30 Jahren an der Seitenlinie im Sportpark. Den Rekord hält dabei Claus Schromm, der insgesamt 131 Partien coachte. Lorenz-Günther Köstner bestritt 111 Partien, wovon 34 in der Bundesliga über die Bühne gingen. Den dritten Platz belegt Ralph Hasenhüttl mit 46 Spielen. Auf den letzten Plätzen liegen Peter Grosser (3 Spiele), Anton Schrobenhauser (2 Spiele) und Matthias Lust (1 Spiel).

Risikospiele:
Auch andere Vereine trugen bereits ihre Heimspiele im Stadion am Sportpark aus. Im September 1992 gewann der FC Starnberg vor 5.500 Zuschauern sein Bayernligaheimspiel gegen den TSV 1860 München mit 3:2. Aufgrund eines Umbaus des Grünwalder Stadions in der Spielzeit 2012/13 wurden die Begegnungen zwischen den Zweitvertretungen des TSV 1860 (6000 Zuschauer, 0:2-Niederlage) und des Bayern (2526 Zuschauer, 0:1-Niederlage) im Sportpark ausgetragen.

Länderspiele:
Am 17. Juli 2008 ertönte zum ersten Mal im Sportpark die deutsche Nationalhymne, als die Nationalmannschaft der Frauen ein Testspiel gegen England austrug. Sandra Smisek (15.), Birgit Prinz (55.) und Melanie Behringer (71. Foulelfmeter) trafen für die DFB-Auswahl vor 9185 Zuschauern.

Ein weiteres Länderspiel gab es am 11. Oktober 2010. Die U21-Nationalmannschaft begrüßte vor 2230 Zuschauern die U21 der Ukraine. André Schürrle sicherte mit einem Doppelpack der Mannschaft von Ex-SpVgg-Trainer Rainer Adrion einen 2:1-Sieg.

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Zuschauerzahlen:
Insgesamt passierten in den letzten 30 Jahren 1.863.397 Zuschauer die Tore des Sportparks. Damit ergibt sich ein Schnitt von 3252 Zuschauern pro Partie. Den höchsten Zuschauerschnitt erreichte man in der Spielzeit 2000/20001, als im Schnitt 10.753 Zuschauer die Partien der Hachinger in der Bundesliga besuchten. In der Spielzeit 1993/94 konnte der damalige Bayernligist nur 1.016 Zuschauer im Schnitt begrüßen, was den schlechteste Zuschauerschnitt bedeutet.

In 29 Partien sahen mehr als 10.000 Zuschauer ein Spiel der Rot-Blauen. Die meisten Zuschauer kamen in den beiden Bundesligaspielen gegen Borussia Dortmund (1:4) und 1860 München (3:2), als die Zuschauerzahl jeweils 15.300 Zuschauer betrug. Die wenigsten Zuschauer passierten den Sportpark am 15. Mai 1994, als der Bayernligapartie Greuther Fürth (2:2) nur 200 Zuschauer beiwohnten.

Erstmals ausverkauft war der Sportpark am 08. Juni 1992, als der SSV Reutlingen im Rahmen der Aufstiegsspiele zur 2. Bundesliga zu Gast war (2:0 für Haching). Wie oft genau der Sportpark ausverkauft war, darüber herrscht in den Datenbanken keine Einigkeit. Bei Heimspielen gegen den TSV 1860 meldete der Verein aus Sicherheitsgründen schon einmal mit 14.000 Zuschauern ausverkauft. Auch das DFB-Pokal Heimspiel gegen Leverkusen im Jahr 2015 wurde mit 12.500 ausverkauft gemeldet. Während den Zutrittsbeschränkungen im Zuge der Covid-19 Pandemie meldete man Spiele sogar mit 1.500 Zuschauern als ausverkauft.

Die Gegner:
125 Vereine begrüßte die Spielvereinigung bereits im Sportpark. Bei 12 Vereinen gastierte zudem die 2. Mannschaft im Sportpark. Insgesamt waren also 137 Mannschaften zu Gast. Bereits zu 18 Spielen reiste dabei der ewige Rivale von der Landesgrenze, der SV Wacker Burghausen, in den Sportpark. Auf dem zweiten Platz liegt der FC Hansa Rostock, der bereits zu 15 Partien anreiste. 13 Partien gab es zwischen der Spielvereinigung und dem SSV Jahn Regensburg sowie der 2. Mannschaft des FC Bayern.

Die meisten Siege feierten die Hachinger dabei gegen den SSV Jahn Regensburg und dem FC Carl Zeiss Jena mit je 8 Siegen. Am häufigsten verloren die Rot-Blauen gegen den SV Wacker Burghausen, der insgesamt 8 Mal als Sieger vom Platz ging. Unentschieden gab es je 4 Mal gegen insgesamt fünf Vereine (Wacker Burghausen, Greuther Fürth, 1. FSV Mainz 05, 1. FC Kaiserslautern und Erzgebirge Aue). 

70 Mannschaften konnten noch nie im Sportpark gewinnen. 37 davon waren zu mehr als einem Spiel zu Gast. Am häufigsten versuchte es der 1. FC Schweinfurt 05, der in fünf Partien lediglich einen Punkt aus dem Sportpark entführen konnten. Mit Fortuna Düsseldorf, dem SSV Reutlingen und dem SV Elversberg gibt es drei Mannschaften, die in vier Spielen immer mit einer Niederlage nach Hause reisen mussten. Der 1. FC Nürnberg und seine zweite Mannschaft reisten zu je drei Vergleichen in den Sportpark, wobei es in allen Partien eine Punkteteilung gab.

Von Vereinen die zu mehr als einem Spiel im Sportpark zu Gast waren hat die beste Siegquote übrigens Bayer 04 Leverkusen. Von vier Partien, zwei davon im DFB-Pokal, gewann die Werkself drei Vergleiche. Die Rot-Blauen gewannen nur ein Spiel, dieses war an einem Samstag im Mai im Jahr 2000.

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Die Bilanz:
573 Pflichtspiele bestritten die Rot-Blauen im Sportpark. Bei über der Hälfte aller Spiele, nämlich bei 288 Partien, ging die Spielvereinigung als Sieger vom Platz. 152 Unentschieden stehen 133 Niederlagen gegenüber. Fünf Partien im DFB-Pokal gingen in die Verlängerung, wovon drei Spiele erst im Elfmeterschießen entschieden wurden. Inklusive der Tore in den Partien, die bis ins Elfmeterschießen gingen, erzielten die Rot-Blauen 987 Tore und mussten 603 Gegentore hinnehmen. Hieraus ergibt sich ein Torverhältnis von +384 Toren.  

Die Rekordspiele:

  • Den höchsten Sieg feierten die Rot-Blauen in der Saison 2001/02. Gegen den 1. FC Saarbrücken gab es in der 2. Bundesliga einen 8:0-Sieg.
  • Die höchste Niederlage bildete das 2:6 im Toto-Pokal-Finale 2016 gegen die Würzburger Kickers.
  • Mehrfach gab es ein 3:3-Unentschieden, zuletzt gegen Energie Cottbus im Mai 2015.
  • Insgesamt 9 Tore nach 90 Minuten gab es in zwei Partien, zuletzt beim 5:4-Sieg gegen 1860 Rosenheim in der Hinrunde der aktuellen Saison.
  • Die meisten Tore, inklusive Elfmeterschießen, gab es bei der 6:7-Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen im Viertelfinale des DFB-Pokal 2003.

Wissenswertes: 

  • In 213 Partien lagen die Rot-Blauen zur Halbzeit in Führung. Mehr als jedes vierte von fünf Spielen konnte man dabei gewinnen, insgesamt 174 Partien.  
  • Lediglich 8 Partien verlor man noch nach einer Halbzeitführung, darunter auch die Niederlage im DFB-Pokal der Saison 1999/2000, als man gegen den TSV 1860 mit 1:2 nach Verlängerung verlor.
  • Erzielten die Rot-Blauen in der ersten Halbzeit 3 Tore, gingen sie immer als Sieger vom Feld.
  • Nach einer Halbzeitführung, bei der die Rot-Blauen mindestens zwei eigene Tore erzielten, verlor man noch nie ein Spiel.
  • In 126 Vergleichen lagen die Rot-Blauen zur Halbzeit zurück, davon konnte 14 Spiele drehen und in 36 Partien noch einen Punkt holen.
  • Liegen die Rot-Blauen mit 0:2 zur Halbzeit zurück, gehen sie immer als Verlierer vom Feld.
  • In 173 Partien stand es 0:0 zur Halbzeit.
  • In vier Partien gab es fünf Tore in der ersten Halbzeit. In zwei Partien führten die Rot-Blauen, in zwei lagen sie zurück.
  • Die meisten Tore in einer Halbzeit gab es bei der 2:6-Finalniederlage gegen Würzburg 2016, als in der zweiten Halbzeit sieben Tore fielen, nachdem man mit 1:0 in die Pause ging.

Gerne hätten wir an dieser Stelle auch über die eingesetzten Rot-Blauen-Spieler berichtet, aber der von uns dafür notwendige zeitliche Aufwand steht in keiner Relation. Wir betreiben diesen Blog in unserer Freizeit und bevor wir rund 8000 Spieler und 987 Torschützen durchgehen, gehen wir lieber ins Stadion ;-).

Weitere Statistiken zum Sportpark finden sich hier.