Gegnervorschau: KFC Uerdingen 05

Zum ersten Heimspiel des Jahres 2020 kommt der KFC Uerdingen 05 in den heimischen Sportpark. Wir blicken auf die Krefelder sowie die Statistik mit unserer Spielvereinigung.

KFC Uerdingen 05: Am 17. November 1905 wurde der Vorgängerverein FC Uerdingen 05 gegründet. Bereits kurze Zeit nach seiner Gründung nahm der Verein im Spielbetrieb der C-Klasse teil. 1911 konnte man bereits erstmals in die B-Klasse vordringen, in der man bis Kriegsausbruch 1914 spielte.

Nach dem Ende des ersten Weltkrieges gelang es dem Verein schnell, eine schlagkräftige Mannschaft zu formieren und so feierte man 1919 den erstmaligen Aufstieg in die A-Klasse. 1921 stieg man sogar in die so genannte „Liga“ auf, die damals höchste Spielklasse. Diese konnte man aber nicht halten und nach mehreren Ligenreformen fand man sich in der 2. Bezirksklasse wieder.

1935 musste der Verein sein Vereinsgelände räumen und es den Nationalsozialisten überlassen, weil auf dem Areal die heutige Krefeld-Uerdinger Brücke errichtet wurde. Kurze Zeit bedrohte der Verlust des Vereinsgeländes sogar den gesamten Verein. Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges konnte der Verein noch einmal eine spielstarke Mannschaft stellen und konnte 1939 den „Preußenpokal“ gewinnen. Bis Kriegsende formierte man mit dem VfB Uerdingen in der KSG Uerdingen.

Nach Kriegsende hielt man zuerst die Fusion mit dem VfB Uerdingen aufrecht, trennte sich aber 1948 wieder. Sportlich wurde man in der zweitklassigen Bezirksliga eingruppiert, in der man in der ersten Spielzeit den zweiten Tabellenplatz belegen konnte. Nach mehrmaligen Ligenreformen war die Bezirksliga ab 1949 nur noch viertklassig. 1953 schlossen sich die Sportgruppen der Bayer AG mit dem FC Uerdingen 05 zum FC Bayer 05 Uerdingen zusammen.

Es sollte aber über zehn Jahre dauern, bis sich der erste Erfolg einstellte. Gleichzeit mit der Gründung der Fußball-Bundesliga im Jahre 1963 gewann der FC Bayer 05 die Meisterschaft in der Landesliga und stieg in die drittklassige Verbandliga auf. In den nächsten Jahren fuhr man fast durchweg einstellige Tabellenplätze ein. 1967 und 1969 wurden man jeweils Vizemeister und verpasste den Aufstieg knapp.

Im Jahr 1971 gelang endlich der Aufstieg in die Regionalliga West, die zur damaligen Zeit den Unterbau der Bundesliga bildete. Auch dort ging der Aufstieg der Uerdinger weiter. 1974 qualifizierte man sich für die neu geschaffene 2. Bundesliga und konnte im ersten Jahr Vizemeister der Nordstaffel werden. Gegen den Vizemeister der Südstaffel FK Pirmasens, konnte man nach einem 4:4 im Hinspiel einen 6:0-Sieg im Rückspiel feiern und damit erstmals in die Bundesliga aufsteigen.

Die Bundesligasaison 1975/76 wurde bitter für den Neuling. Mit nur sechs Siegen und insgesamt nur 22 Punkten, stieg man als Tabellenletzter umgehend wieder in die 2. Bundesliga ab. In der zweiten Liga erreichte man einen vierten Platz und verpasste damit den Wiederaufstieg, konnte aber im DFB-Pokal bis ins Halbfinale vordringen. Dort verlor man aber mit 0:1 gegen Hertha BSC und verpasste den Finaleinzug.

Erst in der übernächsten Saison klopfte man wieder ans Oberhaus an. Zwar musste man der anderen Bayer-Werkself aus Leverkusen den Vortritt lassen und wurde nur Vizemeister, schaltete aber in den Aufstiegsspielen erneut den Vizemeister der Südliga aus (1:1 / 2:1 gegen SpVgg Bayreuth). Das zweite Abenteuer Bundesliga endete mit einem Happy End für die Bayer-Elf. Das bessere Torverhältnis brachte Uerdingen den 15. Platz, während Hertha BSC in die 2. Liga musste. Nur acht Siege und wieder nur 22 Punkte erzielten die Krefelder in der Saison 1980/81 und folgerichtig musste man nach zwei Spielzeiten wieder in die Zweitklassigkeit absteigen.

Nach zwei Jahren 2. Bundesliga feierte man an der Grotenburg zur Saison 1983/84 die Rückkehr in die Bundesliga. Es folgten die erfolgreichsten Jahre in der Uerdinger Vereinsgeschichte. 1985 konnte man einen siebten Platz in der Bundesliga feiern und zog durch einen 1:0-Sieg gegen Saarbrücken in das Finale um den DFB-Pokal ein. Am 26. Mai 1985 feierte Bayer 05 Uerdingen den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Durch einen 2:1-Sieg gegen den FC Bayern München gewann die Grotenburg-Elf den DFB-Vereinspokal.

Die Saison 1985/86 wurde erneut eine erfolgreiche für den Krefelder Stadtteilverein. In der Bundesliga erreichte man einen sensationellen dritten Tabellenplatz. Unvergessen bleibt das deutsch-deutsche Duell im Viertelfinale des Europokals der Pokalsieger mit Dynamo Dresden. Nach einem 0:2 in Dresden lag die Mannschaft im Rückspiel noch in der 58. Minute mit 1:3 im Rückstand. Sechs Tore innerhalb von 30 Minuten erzielten die Uerdinger im Anschluss, gewannen 7:3 und feierten den Einzig ins Halbfinale. Atlético Madrid war allerdings zu stark für die Mannschaft.

1986/87 zog man ins Viertelfinale des UEFA-Pokals ein, musste aber dort dem FC Barcelona den Vorzug geben. In den Folgejahren wurde der Erfolg Jahr für Jahr weniger und 1991 stieg man nach acht Jahren Erstklassigkeit wieder ab.

In den folgenden Spielzeiten wechselten die Uerdinger mehrfach die Liga und trotz dem Klassenerhalt 1994/95 kam es zum größten Einschnitt der Vereinsgeschichte. Die Bayer AG trennte sich von den Krefeldern, um sich voll und ganz auf die Leverkusener Werkself zu konzentrieren. Unter seinem neuen Namen KFC Uerdingen 05, spielte man die letzte Bundesligasaison 1995/96, die man auch aufgrund finanzieller Probleme als Tabellenletzter abschloss.

Nur drei Spielzeiten später musste der KFC auch aus der zweiten Bundesliga absteigen. Selbst in der Regionalliga kamen die Blau-Roten nicht zur Ruhe. Immer wieder drückten den Verein finanzielle Probleme. 2003 musste man zum ersten Mal Insolvenz anmelden und die zweite Insolvenz kostete dem Verein 2005 die Regionalliga-Linzenz. So spielte man im Jahr des 100-jährigem Vereinsjubiläum nur noch viertklassig, es sollte allerdings noch schlimmer kommen. Als 2008 die 3. Liga eingeführt wurde, verpasste man die Qualifikation für die neuen Regionalligen und für die NRW-Liga und musste in die sechstklassige Verbandsliga.

Ein achter Platz nach der Saison 2008/09 sollte allerdings der Wendepunkt sein. 2011 konnte man als Meister in die NRW-Liga aufsteigen und nur eine Spielzeit später stieg man in die Regionalliga West auf. Nach zwei Jahren in der Regionalliga musste man allerdings wieder in die Oberliga. Als Oberligameister stieg man 2017 in die Regionalliga West und 2018 konnte man den Durchmarsch in die 3. Liga feiern. Dort spielt die Krefelder Mannschaft nun ihre zweite Saison.

Das erste Spiel: War eine Begegnung der ersten Runde des DFB-Pokals und fand am 27. Juli 1991 statt. Die Spielvereinigung – damals Bayernligist – empfing den Zweitligisten und späteren Aufsteiger in die Bundesliga Bayer 05 Uerdingen. 1000 Zuschauer in der Hachinger Grünau sahen ein 1:3 nach Elfmeterschießen. Nach 90 und 120 Minuten hatte es jeweils torlos 0:0 gestanden. Vom Punkt versagten die Nerven der Hachinger Mannschaft, lediglich Egbert Zimmermann konnte Bernd Dreher überwinden.

Erster Torschütze für die SpVgg: Andreas Hartig erzielte nach 17 Minuten am 28. Spieltag der 2. Bundesliga Saison 1996/97 den 1:0-Führungstreffer für die Spielvereinigung in Krefeld. Endstand der Partie am 5. Mai 1997 war 4:0, die weiteren Treffer erzielten Frank Schmöller (2) und Jörg Bergen. Nach dem Pokalspiel, in dem nur Egbert Zimmermann vom Punkt traf, gab es zuvor im Hinspiel am 11. Spieltag nur ein 0:0 im Sportpark.

Bilanz: Zehn Partien gab es bislang zwischen den Krefeldern und der Spielvereinigung. Fünf Partien gewannen die Rot-Blauen. Neben drei Unentschieden gab es jeweils eine Niederlage im DFB-Pokal und in der 2. Bundesliga. Torverhältnis 19:8 Tore für die SpVgg.

Wissenswert: Die Partien der beiden Mannschaften fanden bereits in fünf verschiedenen Stadien statt. In Unterhaching traf man sich in der Grünau, sowie im Sportpark. Bayer 05 Uerdingen empfing die Spielvereinigung in der Krefelder Grotenburg. Der KFC Uerdingen 05 empfing Unterhaching in der Arena in Duisburg und in der Arena in Düsseldorf.