Gegnervorschau: FSV Zwickau

Am 13. Spieltag empfangen die Rot-Blauen den Fußball-Sportverein Zwickau im Sportpark. Wir werfen einen Blick auf „die Schwäne“ aus Westsachsen und auf die Statistik mit unserer Spielvereinigung.

FSV Zwickau: Die Ursprünge des FSV Zwickau gehen auf den Planitzer SC zurück, welcher am 8. August 1912 gegründet wurde. Planitz bestand zum damaligen Zeitpunkt aus den Gemeinden Ober- und Niederplanitz, welche 1944 Stadtteile von Zwickau wurden. Der Planitzer SC stieg schon 1922 in die Gauliga auf und wurde im Jahr 1929 erstmals Westsachsen-Meister. 1933 qualifizierte man sich für die neu geschaffene Gauliga Sachsen, welche man im Jahr 1942 gewinnen konnte. Nach Siegen gegen den Luftwaffen-Sportverein Boelcke Krakau und dem Niederschlesischen Meister Breslauer SpVg 02 schied man aber im Viertelfinale gegen späteren Finalisten First Vienna FC aus.

Nach Kriegsende und der Auflösung des Planitzer SC wurde im März 1946 die SG Planitz gegründet. 1948 wurde die SG Westsachsenmeister und qualifizierte sich damit für die 1. Ostzonenmeisterschaft. Nach Siegen gegen Schwerin und Weimar-Ost, stand man im Endspiel. Gegner in Leipzig war die SG Freiimfelde Halle, welche man vor 40.000 Zuschauern mit 1:0 besiegen konnte. Mit der Ostzonenmeisterschaft qualifizierte man sich für die Gesamtdeutsche-Fußballmeisterschaft. Das Spiel gegen den 1. FC Nürnberg fand aber aufgrund der politischen Lage nie statt.

Im Jahre 1949 delegierte man das Team nach Zwickau und vereinte es mit fünf weiteren Sportgemeinschaften zur ZSG Horch Zwickau. In der Folgesaison, welche die erste der DDR-Oberliga war, feierte man den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte. Die ZSG wurde, mit zwei Punkten Vorsprung vor der SG Dresden-Friedrichstadt, DDR-Meister. An die Meisterschaft von 1950 erinnert heute der Stern, den die Zwickauer auf dem Trikot tragen. Unter neuem Namen – BSG Motor Zwickau – wurde der Meister in der Folgesaison Dritter der DDR-Oberliga und pendelte sich in den Folgejahren im Mittelfeld ein. Erst 1963 konnte man wieder Erfolge feiern. Mit einem 3:0-Sieg gegen die BSG Chemie Zeitz gewann man erstmals den FDGB-Pokal. In der Folgesaison spielte der Verein erstmals im Europapokal der Pokalsieger, scheiterte aber bereits in der ersten Runde am ungarischen Teilnehmer MTK Budapest. Im Jahr 1967 gelang den Zwickauern, mit einem Sieg gegen den FC Hansa Rostock, der erneute Gewinn des DDR-Pokals. Aber auch im zweiten Anlauf brachte der Europapokal der Pokalsieger kein Glück. Torpedo Moskau hieß der Gegner, der das erneute Ausscheiden in der ersten Runde bescherte.

Am 15. Februar 1968 benannte sich die BSG Motor Zwickau in BSG Sachsenring Zwickau um. Im Folgejahr bündelte man die Fußballkräfte in Zwickau. Der Zweitligisten BSG Aktivist „Karl Marx“ Zwickau fusionierte mit der BSG Sachsenring. Trotz zuverlässiger einstelliger Tabellenplätze stellte sich Erfolg erst wieder 1975 ein, als man zum dritten und letzten Mal den Fußball-Vereinspokal der DDR gewinnen konnte. Der dritte Anlauf der Westsachsen im Europapokal wurde dann aber richtig erfolgreich. In der ersten Runde konnte man Panathinaikos Athen, in der zweiten Runde den AC Florenz und im Viertelfinale Celtic Glasgow bezwingen. Im Halbfinale beendete der spätere Sieger RSC Anderlecht dann den Traum der BSG Sachsenring mit zwei klaren 0:2- und 0:3-Niederlagen.

Ende der 1970er Jahre begann ein schleichender Abstieg im Zwickauer Fußball. 1979 und 1981 konnte man als Zwölfter dem Abstieg gerade noch entgehen. Nach 34 Jahren DDR-Oberliga und als letztes Gründungsmitglied musste man als Tabellenletzter der Spielzeit 1982/83 dann aber in die Zweitklassigkeit. Zwar wurde man im Folgejahr Meister in der zweitklassigen DDR-Liga, scheiterte aber in der Aufstiegsrunde. Erst im zweiten Jahr gelang die Rückkehr ins Oberhaus. In der Oberliga-Saison 1985/96 konnte man aus 26 Partien lediglich zwei Siege erringen und musste umgehend in die Zweitklassigkeit zurück. Nach zwei weiteren Spielzeiten in der DDR-Liga, feierte die BSG Sachsenring zum letzten Mal die Rückkehr in die Erstklassigkeit. Zwar waren die Zwickauer Fußballer nicht so chancenlos wie drei Spielzeiten zuvor und konnten Union Berlin hinter sich lassen, mussten aber als 13. trotzdem absteigen.

Am 01. Januar 1990 gründete sich der FSV Zwickau, der in der letzten Spielzeit der DDR-Liga noch einmal Meister wurde und sich damit für die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga qualifizierte. Gegen die Mannschaften aus der DDR-Oberliga hatte man allerdings keine Chance und so stand für den FSV nach der Wende erstmals die Fußballerische Drittklassigkeit.

Die Oberliga Nordost wurde nach der Wende die erste sportliche Heimat der Westsachsen und bereits in der ersten Saison 1991/92 wurde man Meister der Süd-Staffel, scheiterte aber in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga. Zwei Jahre später aber gelang zur Saison 1994/95 der Sprung zurück in die Zweitklassigkeit, als man sich gegen Stahl Brandenburg und Energie Cottbus in der Aufstiegsrunde durchsetzen konnte.Viel Glück hatten die Schwäne, als man im ersten Jahr 2. Bundesliga zwar auf Tabellenplatz 16 einlief, aber dem 1. FC Saarbrücken die Lizenz entzogen wurde und so in der Liga bleiben durfte. In der kommenden Spielzeit wäre man abgestiegen, da es ab der Saison 1995/96 vier Absteiger in die Regionalligen gab. Nach einem sensationellen Platz fünf in der Folgesaison, erreichte man 1996/97 noch einmal Platz vierzehn. Nach vier Spielzeiten zweitklassig stieg man 1998 in die Regionalliga Nordost ab. Im November 1999 musste der FSV Zwickau Insolvenz anmelden und stieg damit in die mittlerweile viertklassige Oberliga ab.

Der durch Altlasten gedrückte Verein konnte 2005 auch die Oberliga nicht mehr halten und stieg in die fünftklassige Landesliga Sachsen ab. Zwar konnte der Verein umgehend wieder in die Oberliga aufsteigen, aber mit der Einführung der 3. Liga zur Saison 2008/09 wurde die Oberliga fünftklassig und damit auch der FSV. Nach sechs Spielzeiten gelang den Westsachen der Aufstieg in die Regionalliga Nordost. Nach Platz drei im ersten und dem sechsten Platz im zweiten Jahr, wurde man in der dritten Saison Vizemeister hinter Magdeburg. 2015/16 gelang die Meisterschaft in der Regionalliga und die damit verbundene Qualifikation zu den Aufstiegsspielen zur 3. Liga, wo man den Südwestvize SV Elversberg ausschaltete und in die 3. Liga aufstieg. In der aktuellen Saison spielt die Mannschaft in ihrer vierten Spielzeit in der 3. Liga, wobei die mit Platz 15 schlechteste Platzierung aus der Saison 2017/18 stammt.

Das erste Spiel: Am letzten Hinrundenspieltag der Saison 1995/96 trafen die beiden Vereine zum ersten Mal aufeinander. In Zwickau gab es am 25. November 1995 einen 2:1 (1:1) Sieg unserer Spielvereinigung.

Erster Torschütze für die SpVgg: Markus Oberleitner traf in der 18. Minute zur 1:0-Führung.

Bilanz: Zehn Begegnungen gab es zwischen den beiden Mannschaften. In acht Partien ging dabei Rot-Blau als Sieger vom Feld. Zudem gab es je ein Unentschieden, sowie eine Niederlage. Gesamttorverhältnis von 23:9 Toren.

Wissenswert: Die Gäste aus Westsachen waren lange einer der Lieblingsgegner der Spielvereinigung. Erst beim 2:2 in der Hinrunde der letzten Saison gab es den ersten Punktverlust für Haching. Davor gab es in acht Partien nur Siege für Rot-Blau. In der Rückrunde der letzten Saison beendete der FSV endgültig den Haching-Fluch und konnte im Sportpark mit 1:0 gewinnen.