Zwei gekreuzte Hämmer

Zwei gekreuzte Hämmer

Vor der Länderspielpause empfangen die Rot-Blauen im Sportpark den FC Erzgebirge Aue. Neben dem Blick auf die Gäste gibt es wie gewohnt alle Infos aus dem NLZ.


Unser Gegner:

Der FC Erzgebirge hat seinen Fans in den vergangenen knapp zweieinhalb Jahren nicht allzu viel Freude gemacht: Erst der Abstieg aus der zweiten Liga, dann Abstiegskampf in der 3. Liga – und zuletzt hat das Team aus Sachsen auch noch peu-à-peu nach dem guten Start in die Saison den Faden reißen lassen.

Nach dem 6. Spieltag waren die Erzgebirgler noch ungeschlagener Tabellenzweiter. Seitdem setzte es fünf Niederlagen – und damit zwei mehr, als für die SpVgg in der gesamten Saison zu Buche stehen. Allerdings hatte es Aue dabei auch mit starken Gegnern wie Dynamo Dresden, Jahn Regensburg und dem SSV Ulm zu tun. Schmerzhaft war vor allem ein 0:4 in Münster. Und der vergangene Freitag, als der SC Verl ein 0:1 in den letzten Spielminuten noch in ein 2:1 drehte. Im Resultat steht der FC Erzgebirge nun einen Tabellenplatz hinter Haching; getrennt nur durch das schlechtere Torverhältnis. Das sollte aber nicht über das zu erwartende schwere Match hinwegtäuschen.

Stützen und Schützen – das Team der Gäste: An bekannten Namen mangelt es der Mannschaft aus Aue nicht. Zu nennen wäre etwa das Urgestein im Tor: Martin Männel hütet durch alle Höhen und Tiefen seit 2008 in mehr als 500 Partien das Tor der Sachsen – unter anderem 332 Zweitligaspiele waren darunter. In der Offensivzentrale trug Boris Tashchy schon das Trikot des VfB Stuttgart und FC St. Pauli und spielte erstklassig in der Ukraine, in Südkorea und Tschechien; Linksaußen Marvin Stefaniak war für Dynamo, Club und Greuther Fürth in der zweiten Liga unterwegs. Und damit sind nur die größten Promis genannt – in der jüngsten Startelf hatten 9 von 11 Spielern Zweitligaerfahrung.

Womit der Blick Richtung Offensive wandert: Ganz vorne steht Toptorschütze Marcel Bär – als einstiger 1860-Mittelstürmer ist er in München eine kleine Berühmtheit. Eine interessante Personalie ist auch Sean Seitz. Der 21-Jährige war zum Saisonstart ohne jegliche Profispiele das Küken im Aue-Kader, überraschte aber mit frischen Auftritten, Geschwindigkeit und zwei Buden in den ersten drei Spielen. Zuletzt war er erstmals nicht im Aufgebot.

Vorsicht ist übrigens auch vor der Aue Bank geboten: Gegen Verl saßen dort unter anderem mit Maxi Thiel, Steffen Nkansah, Korbinian Burger und Kilian Jakob höchst profierfahrene Kicker – wobei Thiel, Burger und Jakob echte Bayern sind, früher die Trikots von Wacker, TSV 1860 oder Bayern II trugen und sich im oberbayerischen Fußball bestens auskennen. Das ist ohnehin eine gewisse Auffälligkeit in Aues Kader: Die geografische Nähe zu Bayern ist spürbar. Viele der Spieler haben zumindest eine fränkische Station im fußballerischen Lebenslauf.

Der FC Erzgebirge hat eine stabile und treue Fangemeinde – selbst zu den weiten (und teils terminlich ungünstigen) Fahrten in Münster oder zuletzt in Freiburg waren rund 250 Auswärtsfans mit dabei. Auf der Nordtribüne im Sportpark dürften es wohl ein paar mehr werden.

Die Bilanz der Vereine:

Zwölf Partien, acht davon in der 2. Bundesliga, gab es bisher zwischen den Rot-Blauen und den Lila-Weißen. Nur zwei Spiele konnten die Rot-Blauen bisher für sich entscheiden, mussten aber auch nur viermal den Platz als Verlierer verlassen. Die Hälfte aller Spiele endete unentschieden, darunter ein verrücktes 3:3 in Aue am 34. Spieltag der Saison 2003/04.

Die Gastgeber hatten als Aufsteiger den Klassenerhalt bereits sicher, die Vorstädter konnten nur noch theoretisch absteigen. Bei absolut verrückten Wetterbedingungen im Erzgebirgsstadion, Sonne, Regen und Schneefall wechselten sich ab, entwickelte sich ein wildes Spiel. Bereits nach zwei Minuten gingen die Rot-Blauen durch ein Tor von Goran Sukalo mit 1:0 in Führung. Sukalo war es auch, der in der 21. Minute, nur eine Minute nach dem 1:1-Ausgleich, die erneute Führung für Unterhaching erzielte. Nach dem erneuten Ausgleich der Auer (26.), erzielte Dennis Grassow in der 40. Minute die 3:2-Führung für die Spielvereinigung, die auch zur Halbzeit Bestand hatte. In der zweiten Halbzeit glichen die Gastgeber zum dritten Mal aus und erzielten in der 58. den 3:3-Endstand.

Alle Spiele findet ihr in der Gegnerdatenbank.


U21 im Topspiel

Am kommenden Sonntag steht das absolute Spitzenspiel der Landesliga Südwest auf dem Programm. Die auf Platz zwei rangierende U21 der Rot-Blauen trifft in Emmering auf Tabellenführer TSV Schwabmünchen. Sowohl bei den meisten Siegen (11) als auch bei den meisten erzielten Toren (45) sind die Gäste Ligaspitze. Bei den Toren muss man allerdings das 9:0 am vorletzten Spieltag gegen Kaufering berücksichtigen. Im Hinspiel mussten sich die Vorstädter trotz Führung erst spät mit 1:2 geschlagen geben. Bester Torschütze der Gäste ist mit Maik Uhde ein Spieler aus dem defensiven Mittelfeld. Er erzielte bereits 12 Tore, darunter zwei Dreierpacks.

Anpfiff in Emmering ist um 15:00 Uhr.


NLZ-Vorschau:

FC Deisenhofen – SpVgg-U19 (Sonntag, 12. November 2023, 13:00 Uhr, Deisenhofen Sportplatz)

Für den Tabellenführer der Bayernliga steht am kommenden Sonntag das Hachinger Derby auf dem Programm. Die Haidl-Elf ist ab 13 Uhr beim Tabellenelften FC Deisenhofen zu Gast. Um an der Tabellenspitze zu bleiben, müssen die Vorstädter auch dieses Spiel gewinnen. Für Deisenhofen hingegen wäre schon eine Punkteteilung ein großer Erfolg, es wäre das erste Unentschieden für die Rot-Blauen.

SpVgg-U17 – FC Bayern U16 (Sonntag, 12. November 2023, 13:00 Uhr, Sportpark)

Für die U17 der Rot-Blauen steht am Sonntag das Derby gegen die U16 des FC Bayern auf dem Programm. Das Spiel ist gleichzeitig das Spitzenspiel der Liga und findet daher im Sportpark statt. Nachdem sich die Rot-Blauen und der FC Bayern zu Beginn der Saison an der Tabellenspitze abgewechselt hatten, schwächelten die Bayern zuletzt etwas und kamen in den letzten beiden Spielen jeweils nicht über ein Unentschieden hinaus.

SpVgg Greuther Fürth – SpVgg-U15 (Samstag, 11. November 2023, 13:00 Uhr, Sportzentrum Kleeblatt)

Die U15 der Rot-Blauen steht vor dem Auswärtsspiel bei Greuther Fürth unter Druck. Mit nur sechs Punkten ist die Mannschaft inzwischen auf den vorletzten Platz abgerutscht. Zwar berechtigt auch dieser zum Klassenerhalt, doch konnten die Vorstädter ebenso wie Schlusslicht Memmingen bisher nur ein Spiel gewinnen. Fürth steht zwar nur zwei Plätze über den Hachingern, hat aber bereits drei Spiele gewonnen, darunter am vergangenen Wochenende ein 3:0 gegen Ingolstadt.

Information: Solltet ihr die Spiele unserer Jugendmannschaften besuchen wollen, bitte prüft vorher beim BFV noch einmal den Spielort. Der Link ist jeweils hinterlegt.

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