Hachinger Legenden: Klaus Kopp

Hachinger Legenden: Klaus Kopp

Viele der jüngeren Anhänger der SpVgg Unterhaching dürften Klaus Kopp vor allem in seiner Funktion als Manager der Hachinger Amateure kennen. Wir haben uns mit Klaus Kopp zum Interview getroffen und starten damit unsere Reihe: Hachinger Legenden.

Weil sein Sohn Benjamin die Fußballschuhe für die Spielvereinigung schnürte, wurde Kopp Trainer der E-Junioren. Er erinnert sich heute noch gerne an den ersten überhaupt ausgetragenen Merkur-Cup und den damals sensationellen Einzug ins Finale, auch wenn die Jungs dann gegen den FC Bayern verloren. Über weitere Trainerstationen in der Hachinger Jugend kam Kopp schließlich zu den Amateuren. Die zweite Mannschaft der Spielvereinigung begleitete Kopp lange Zeit als Manager bzw. Abteilungsleiter. Viele spätere Stützen der ersten Mannschaft machten unter ihm ihre ersten Schritte im Männerfußball. Zusammen mit Trainer Alfred Ruthe führte er die Mannschaft aus der Bezirksliga in die damals viertklassige Bayernliga bis hin zur Regionalliga.

Klaus Kopp – Foto: Festschrift 75 Jahre SpVgg Unterhaching

Der pensionierte Hauptkommissar wurde 2016 für 40 Jahre Mitgliedschaft bei der Spielvereinigung geehrt. Zum Verein und vor allem zum Bobsport kam er 1975 aber per Zufall. An Faschingsdienstag sprach ihn Fritz Liebhart auf einer Feier an, ob er nicht einmal mit zum Bobfahren will. Irgendwann im Laufe des Abends stimmte er zu, in einem Viererbob mitzufahren, wenn sie einmal keinen vierten Mann finden. Nur zwei Tage später kam der Anruf. Am Wochenende würde der Lauf in St. Moritz stattfinden. Kopp wollte aus dienstlichen Gründen absagen, hatte die Rechnung aber ohne den findigen Liebhart gemacht. Frau Liebhart, damals in der gleichen Dienststelle, hatte die Dienste getauscht.

Eigentlich war geplant, mit einem Viererbob zu fahren. Kopp erzählt wie er sich wunderte, warum nur ein Zweierbob an Bord war und außerdem fehlte ein vierter Mann. Der vierte Mann hätte auch den Viererbob dabei, erklärte ihm Anton Schrobenhauser* der damalige Vorstand, des Bob-Clubs Unterhaching. Es kam wie es kommen musste, sie gingen im Zweierbob an den Start. Der angeblich vierte Mann hatte einen Unfall gehabt. Kopp weiß noch genau wie er im dritten Lauf vergaß, zu bremsen und sie in eine Schneewehe krachten. Beim Rennen am Wochenende fuhren er und Schrobenhauser, Spitzname Schrobi, sensationell auf Platz drei. Im legendären Dracula Club gab es Champagner auf Kosten des Unterhachinger Bauunternehmers.

Ohne Schrobi hätte es den Erfolg des gesamten Vereins so nicht gegeben.

Auch wenn Kopp eigentlich nicht mehr in einen Bob steigen wollte, hatte ihn Schrobenhauser schon drei Tage später wieder mit dabei. Zweierbob am Königsee. Beim ersten Lauf stürzten die beiden und dabei ging der Helm von Kopp kaputt. Ein ganz normaler Motorradhelm, mehr hatte man damals nicht, so der Anschieber. Die beiden rappelten sich auf und fuhren den nächsten Lauf. Erst bei der Heimfahrt bemerkte Kopp Blut an seinem Kopf. Splitter des defekten Helms hatten ihn verletzt. Sofort fuhren die beiden nach Berchtesgaden ins Krankenhaus.

Seinen größten Erfolg hätte es fast nicht gegeben. Nach der Deutschen Meisterschaft 1981 im Zweierbob hatte er eine unglaubliche Saison im Viererbob. Zusammen mit Gerhard Oechsle, Gunter Neuburger und Hans-Joachim Schumacher siegten sie zum Teil mit über einer Sekunde Vorsprung. Er wollte eigentlich bei der Deutschen Meisterschaft 1982 starten. Schließlich fuhr er doch nach Lake Placid, um die Strecke kennenzulernen. Schrobenhauser startete mit Kopps Mannschaft und wurde Dritter bei der Deutschen Meisterschaft 1982.

Kopp betont, was für ein toller Mensch Anton Schrobenhauser war. Ohne ihn wäre er wohl auch nicht von Bundestrainer Wolfgang Zimmerer für die Weltmeisterschaft nominiert worden. Der Verband hatte eigentlich nicht genügend Geld zur Verfügung. So aber fuhr er 1983 mit seiner Crew zur Weltmeisterschaft nach Lake Placid. Reichte es im Zweierbob mit Schuhmacher nur zu einem siebten Platz, gewann er eine Woche später im Viererbob Silber. Nur 0,56 Sekunden hinter den Schweizern und vor dem Team der DDR, die ihn so oft geschlagen hatten. Seine unzähligen vierten Plätze kann er nicht mehr aufzählen.

Hachinger Bobmannschaft Anfang der 1980er Jahre – Foto: Festschrift 75 Jahre SpVgg Unterhaching

Bescheiden, aber mit etwas Stolz, erzählt Kopp, wie der Bob in das Vereinswappen der Spielvereinigung kam. War der Bobclub in den Anfangsjahren selbstständig, wurde er später Abteilung der SpVgg. Dies hatte vor allem einen Grund. Der Verband schrieb 30 Mitglieder vor, um an Wettkämpfen teilnehmen zu dürfen. Nach dem tragischen Unfalltod von Anton Schrobenhauser sen., 1982, übernahm Martin Schamböck die Abteilung. Nach der sensationellen Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft von Kopp in Lake Placid 1983 stellte Schamböck einen Antrag auf Aufnahme des Viererbob ins Vereinswappen. Bekanntlich zeigt das Wappen seit damals Fußball und einen Viererbob.

Der Schrobi hat für Freunde die Mitgliedsbeiträge gezahlt, nur damit wir 30 Leute waren und starten durften.

Kopp schaffte es auch den ersten Sponsor für die Abteilung zu gewinnen. Spatenbräu prangte fortan auf den Bobs des Bob-Clubs Unterhaching. Bob war für die Piloten damals ein teures Hobby und auch Anton Schrobenhauser sen. konnte nicht alles übernehmen. Zwischen 10.000 und 15.000 Mark brachte er pro Saison selbst mit. 1985 beendete Kopp seine aktive Karriere als Bobfahrer. Bei der Frage nach seinen größten Erfolgen bleibt Kopp wortkarg. Die Deutsche Meisterschaft 1981 und der 2. Platz bei der WM 83 sind schon Dinge, an die er gerne zurückdenkt, führt aber nicht weiter aus.

Seit seinem Rücktritt als Manager der Amateure 2010 genießt Klaus Kopp mittlerweile seinen verdienten Ruhestand.

*Im Artikel sprechen wir über Anton Schrobenhauser, welcher 1982 verstarb. Anton Schrobenhauser war der Vater von Anton Rudolf Schrobenhauser (geboren 9. August 1955; verstorben 7. Januar 2022), welcher als Schatzmeister die Spielvereinigung bis in die Bundesliga führte.

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