Kommentar: Nehmt dem DFB endlich die 3. Liga weg!

Eine Minute lang standen die Spieler von Unterhaching und Kaiserslautern nach dem Anpfiff still. „Stillstand gegen den Stillstand“ um auf die Situation der Drittligisten aufmerksam zu machen. Die Reaktion des DFB ließ nicht lange auf sich warten. „Wir erleben keinen Aufstand der Drittligisten. Wir erleben ein sehr fragwürdiges Demokratie-Verständnis“ war der erste Kommentar von Präsident Grindel. Bereits am Freitag gab es einen Kommentar der bayerischen Regionalligisten. „Das ist eine isolierte Aktion, die einzig und alleine auf die Belange der Drittligisten aufmerksam machen soll. Das hebelt das Gemeinschaftsgefüge aus, isoliert die Regionalligisten und konterkariert den Solidaritätsgedanken.“ Dieses Statement gaben die Sprecher der Regionalliga ab, wer wirklich für das Statement verantwortlich war, ist vollkommen klar.

Reinhard Grindel, Dr. Rainer Koch und das DFB Präsidium werden seit geraumer Zeit nicht müde, die Vereine in der 3. Liga an den Pranger zu stellen. Sie dürften nicht über ihre Verhältnisse leben und außerdem müsse man konsequent auf die Jugend setzen. Dies wieder und wieder von einem Verband zu hören, der nicht nur in der Öffentlichkeitsarbeit oft wie ein kleines bockiges Kind agiert, hilft bei der Lösung des Problems sicher nicht. Es wird keine Insolvenz weniger geben, wenn man mit dem Finger auf jemand zeigt. Es braucht Lösungen und die bringt der Verband nicht.

10 Jahre hat man benötigt um einen Ligasponsor zu finden, der noch dazu im ersten Jahr den Werbeplatz geschenkt bekam. Dieses Jahr gibt es sogar erstmals einen eigenen Spielball. Es gibt nach wie vor keine eigene Homepage, sondern nur eine Unterseite auf dfb.de. Würde die Deutsche Telekom nicht alle Spiele übertragen, die Liga würde nach wie vor ihr Dasein, in den Regionalprogrammen, fristen. Dazu kommt die Änderung auf vier Absteiger, mit welcher die Drittligisten in Vorleistung gingen. Es ist bezeichnend, dass sich eine Arbeitsgruppe auflöst, ohne eine Lösung zu haben. Man schiebt den schwarzen Peter einfach an die Regionalverbände weiter. „Der Präsident hat das letzte Wort“ ließ Grindel in seinem Statement auch verlauten. Gemeinschaft und Demokratie klingt anders.

Es darf so nicht weiter gehen und es kann nur eine Lösung geben!

In der 3. Liga wird professioneller, bezahlter Fußball gespielt. Folgerichtig muss sie auch von Profis, nicht gewählten Vertretern geleitet und vermarktet werden. Gerade die 2. Bundesliga und ihr Unterbau müssen näher zusammen rücken. Das aktuelle Beispiel Eintracht Braunschweig sollte eine Warnung an alle Zweitligisten sein. Der finanzielle Unterschied zwischen diesen Ligen muss reduziert werden. Mit 56 Stimmen spricht man auch noch einmal deutlich lauter als mit 36, daher kann es nur ein Ziel geben:

Die 3. Liga muss sich der DFL anschließen.