Hachinger Legenden: André Breitenreiter

Er ist mit 15 Treffern Rekordtorschütze für die Spielvereingung in der Bundesliga und war der erste „Fußballgott“ im Sportpark. Der in Langenhagen (Niedersachsen) geborene Stürmer lief in zweieinhalb Jahren 81 Mal für die Hachinger auf. Im zweiten Teil unserer Reihe Hachinger Legenden geht es um André Breitenreiter.

André Breitenreiter im Trikot der SpVgg Unterhaching – Bildrechte: Michael Fischer

Seine erste Berührung mit der Spielvereinigung hat André Breitenreiter in der Saison 1992/93. Hannover 96 muss in der 2. Bundesliga zum Aufsteiger in den Sportpark. Nach zehn Minuten trifft der Stürmer zum 1:0 für die Niedersachsen. Breitenreiter spielt 90 Minuten durch und bejubelt einen 2:0 Sieg für sein Team. Der erst 18jährige Stürmer hat zu dieser Zeit seinen ersten Titel schon gewonnen. Hannover 96 wurde 1992 in Berlin mit Breitenreiter Pokalsieger und spielte 92/93 sogar im Europapokal der Pokalsieger.

Nach einem weiteren Jahr Zweitklassigkeit in Hannover wechselt er 1994 zum Hamburger SV. Nach nur 15 Minuten trifft er in seinem ersten Bundesligaspiel. Der Gegner ist niemand geringeres als der FC Bayern. Nach drei erfolgreichen Jahren zieht Breitenreiter weiter. Er wechselt in der Winterpause 1997/98 zum Bundesligaaufsteiger VfL Wolfsburg.

Zwei Jahre später ist Breitenreiter mit der sportlichen Situation beim VfL nicht mehr zufrieden und sieht sich nach sportlichen Alternativen um. „Die Spielvereinigung habe ich als sympathischen Verein wahrgenommen“, so der heutige Trainer. Entgegen der so genannten Experten sieht Breitenreiter im Aufsteiger auch nicht den Absteiger Nummer eins: „Die Mannschaft hat damals als Einheit und als Team funktioniert. Mit der Euphorie und den Besonderheiten hatte auch Unterhaching alle Möglichkeiten die Klasse zu halten.“

Breitenreiters wechsel in den Sportpark 

Weil Transfers zur damaligen Zeit durchgehend in der Hinrunde bis Januar möglich sind, kann er bereits im Dezember 1999 zur Spielvereinigung wechseln. Breitenreiter: „Ich wollte unbedingt wieder sportlich auf mich aufmerksam machen. Darüber hinaus war für mich wichtig, Spielzeiten zu bekommen.“ Diese bekommt er von Trainer Lorenz-Günter Köstner, der ihn gleich im ersten Spiel nach der Verpflichtung einwechselt. Im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld kommt er nach 66 Minuten beim Stand von 1:0 für Altin Rraklli. Als es in der 83. Minute Elfmeter für seinen neuen Arbeitgeber gibt, schnappt er sich den Ball und trifft zum 2:0-Endstand. André erinnert sich: „Mein erstes Tor war damals ein Elfmeter in meinem allerersten Spiel für Unterhaching gegen Bielefeld. Das Tor zum 2:0. Der Elfmeter musste sogar wiederholt werden. Zum Glück habe ich beide Mal getroffen.

Die Spielvereinigung und Breitenreiter werden in den nächsten Wochen eine Einheit die von Erfolg zu Erfolg eilt.

Wir haben uns sportlich wie privat in Unterhaching sehr wohl gefühlt. – Breitenreiter über seine Jahre in Unterhaching

Die Grundlage zum Klassenerhalt 1999/00 legt der Verein vor allem in den Heimspielen. Auch für Breitenreiter waren die Heimspiele im kleinen Sportpark etwas ganz besonderes: „In diesem Stadion herrschte wirklich eine besondere Atmosphäre. Zudem taten sich die gegnerischen Mannschaften schwer die Platzverhältnisse anzunehmen. Hinzu kam auch noch die bedingungslose Unterstützung unser Zuschauer. Alle diese Faktoren haben dazu geführt, dass die Mannschaft Großes leisten konnte.“

Bereits am 32. Spieltag der Saison 1999/2000 feiert die Spielvereinigung sensationell den Klassenerhalt. Breitenreiter erinnert sich gerne an seine Tore aus dieser Zeit zurück, auch an ein ganz besonderes: „Wenn ich ehrlich bin kann ich mich an jedes Tor erinnern, auch das Tor gegen Werder Bremen, dass den Klassenerhalt zur Folge hatte. Und auch noch an einige andere denke ich sehr gern zurück.“ Über den Klassenerhalt sagt Breitenreiter: „Der frühzeitige Klassenerhalt in der ersten Saison nach dem Aufstieg war für einen kleinen Verein wie die SpVgg Unterhaching außergewöhnlich.“

Die zweite Saison startet für Breitenreiter und den Verein unglücklich, die ersten fünf Spiele gibt es keinen Sieg. Am 6. Spieltag, im Heimspiel gegen Hertha BSC, schreibt der Niedersachse dann aber Geschichte. In nur 14 Minuten erzielt er zwischen der 34. und der 48. Minute einen Hattrick. Einziger Schönheitsfehler ist die Halbzeitpause, welche es zu keinem so genannten lupenreinen Hattrick werden lässt. Am Ende siegt die SpVgg mit 5:2 und setzt ein Ausrufezeichen im Abstiegskampf.

Die Saison läuft nicht nach Plan für die Spielvereinigung und am Ende muss der Verein nach zwei Jahren zurück in die 2. Bundesliga. Breitenreiter findet trotzdem noch heute Begeisterung für die beiden Bundesligajahre: „Auch in der zweiten Saison war die Chance auf den Klassenerhalt bis zum letzten Spieltag gegeben. Kleinigkeiten haben dazu geführt, dass wir es am Ende nicht geschafft haben. Trotzdem war es eine absolute Erfolgsgeschichte.“

Die Hachinger Nummer 26 trifft auch im letzten Bundesligaspiel. Er bringt die Spielvereinigung mit 1:0 in Führung und nährt kurzzeitig die Hoffnung auf den Klassenerhalt. Von den Fans wurde der Mann mit der Rückennummer 26 vergöttert:

Es ist ein schönes Gefühl, wenn die eigene Leistung so wertgeschätzt wird. Das hat mich schon stolz gemacht. – Breitenreiter über seinen Spitznamen Fußballgott

Die Saison 2000/2001 wird für die Spielvereinigung zum absoluten Chaos. Der Verein findet nicht in die Spur zurück und wird in die drittklassige Regionalliga durchgereicht. Auch Breitenreiter trifft nur drei Mal, obwohl er relativ viele Einsatzzeiten bekommt. Nach dem Abstieg verlässt Breitenreiter, der durch den Abstieg vertragslos ist, den Verein. Heute hat er kaum noch Kontakt nach Oberbayern: „Ich habe nur noch wenig Kontakt nach Unterhaching. Mit Marco Haber, einem meiner besten Freunde, teile ich allerdings viel private Zeit. Wenn ich mit meinen anderen ehemaligen Mitspielern zusammenkomme, ist es immer ein herzlicher Austausch.“

Nach dem Abstieg und dem Abschied aus Unterhaching geht Breitenreiter zurück seine Heimat. Er heuert für ein halbes Jahr in Langenhagen bei Hannover an. Über die weiteren Stationen Hessen Kassel, Holstein Kiel und Cloppenburg landet er beim TSV Havelse. Dort startet er nach seiner aktiven Laufbahn seine Karriere als Trainer. Nach erfolgreichen drei Jahren in Havelse geht es zum SC Paderborn, mit dem er in die Bundesliga aufsteigen kann. Nach einem Jahr geht es für Paderborn zurück in Liga 2 und für Breitenreiter zum FC Schalke 04. Mit seinem aktuellen Arbeitgeber Hannover 96, mit dem Breitenreiter gerade in die Bundesliga aufgestiegen ist, schließt sich der Kreis.

André Breiteneiter, eine Hachinger Legende, die untrennbar mit der Bundesligazeit der Spielvereinigung verbunden ist. Weder als Spieler, noch als Trainer kehrte Breitenreiter bis heute in den Sportpark zurück.

Wir möchten uns ganz herzlich bei Christian Bönig, Leiter Medien & Kommunikation bei Hannover 96, für die Möglichkeit eines Interview mit André Breitenreiter bedanken!

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