2017 – ein geiles Fußballjahr!

In die letzten Klänge des euphorischen Unterhachinger Torjubels ertönte der Schlusspfiff. Über 90 Minuten mussten die Fans im kalten winterlichem Sportpark ausharren, bis in der offiziell 90. + 2. Spielminute endlich der erlösende Siegtreffer gegen die zweite Mannschaft des SV Werder Bremen fiel. Stephan Hain, der für den Aufsteiger in 20 Spielen bereits 12 Mal getroffen hatte, schlug nach einer fast fünf Spiele dauernden Torflaute endlich wieder zu. Sein 13. Saisontreffer, ein wunderbares Symbol für das Fußballjahr 2017 der Spielvereinigung Unterhaching. Hatte Hain wie die Mannschaft zuletzt nicht so brilliert, so war es der rot-blauen Lebensversicherung vorbehalten, den Siegtreffer im letzten Spiel des Jahres zu erzielen.

Schneetreiben im Sportpark
Schneetreiben im Sportpark

In unserem letzten Zwischenfazit schrieben wir darüber, wie sich die Spielvereinigung „oben festgebissen“ hat und freuten uns auf das Spitzenspiel gegen den Tabellenführer SC Paderborn 07. Die erste Enttäuschung bei besagtem Spiel gab es auf den Rängen. Nur 3.000 Zuschauer wollten das Derby gegen 1860 München Duell des Aufsteigers gegen den sportlichen Absteiger der Vorsaison und aktuellem Tabellenführer sehen. Die zweite Enttäuschung gab es auf dem Feld. Nach nur elf Minuten stellte Marlon Ritter für den Gast auf Sieg. Die Spielvereinigung hatte zwar durch Stephan Hain die Chance zum Ausgleich, der Torjäger konnte aber den vom Pfosten abgeprallten Freistoß von Bigalke nicht im Tor unterbringen. Bezeichnend für diesen Tag war auch die Vorlage von Ritter zum 3:0, als er sehenswert per Hacke auflegte. Der SCP gewann verdient im Sportpark, zeigte aber nicht die Dominanz welche Hansa Rostock an den Tag legte. An einem besseren Tag der Schromm-Elf hätte Paderborn mehr Probleme gehabt.

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Gut 150 Hachingfans nahmen die kürzeste Anreise der Saison auf sich, um die Schromm-Elf auf der Ostbalb beim VfR Aalen zu unterstützen. Der VfR zeigte sich schon vor dem Spiel als guter Gastgeber und ließ die mitgereisten Fans der Rot-Blauen ohne Aufpreise auf die überdachte Gegengerade! Angesichts des Schneeregens und den eisigen Temperaturen eine wirklich tolle Aktion des VfR Aalen. Nach einem etwas längeren Abtasten war es der VfR, der in der 33. Minute zuschlug und vor der Pause sogar noch auf 2:0 stellte. Es ist, wie es bei der Spielvereinigung immer ist, sobald die Temperaturen kälter und die Böden tiefer werden, tut sich die Mannschaft schwerer. So fiel konsequenterweise das 3:0, ehe Stahl mit einem satten Schuss den 1:3 Ehrentreffer markierte. Eine unnötige, wenn auch verdiente Niederlage.

Haching in Aalen

Mit zwei Niederlagen im Rücken ging es im heimischen Sportpark ins Duell gegen den Mitaufsteiger FC Carl Zeiss Jena. Erneut geriet man durch einen individuellen Fehler in Rückstand. Die Gäste nutzten einen Abspielfehler von Dominik Stahl eiskalt zur Führung. Im Gegensatz zu den letzten beiden Spielen aber kam die Spielvereinigung in diesem Spiel zurück. Taffertshofer drückte nach einer halben Stunde den Ball zum verdienten Ausgleich über die Linie. Nach der Pause markierte Stahl per Kopf das 2:1 und egalisierte damit seinen Fehler vor dem Jenenser Führungstreffer. Mit dem 3:1, einem tollen Sololauf, machte Hagn dann den Deckel auf das Spiel. Der 2:3-Anschlusstreffer für den FCC nur noch Kosmetik.

Das Spiel beim VfL Osnabrück hätte in unseren Augen nicht angepfiffen werden dürfen. Schon mit Spielbeginn war der Boden an der Bremer Brücke komplett durchgeweicht und die Spielvereinigung fuhr mit zwei Trikotsätzen in Tarnfleck nach Hause. Das diese Art von Platz unserer Mannschaft nicht bei ihrem technisch anspruchsvollen Spiel hilft, darf aber keine Ausrede für die kapitalen Stellungsfehler sein. Nach einem Ballverlust am gegnerischen Strafraum brauchte Osnabrück nur zwei Station um alleine vor Müller aufzutauchen. So stand es bereits nach 14 Minuten 1:0 für den Gastgeber. Bei immer schlechter werdenden Bodenverhältnissen, war es wieder ein Fehlpass im Mittelfeld, der zum 2:0-Endstand führt. Das Stephan Hain auch noch einen Elfmeter verschoss und die ein oder andere Torchance liegen ließ, passte zu diesem trüben Samstag. So blieb es bei der katastrophalen Bilanz der SpVgg in Osnabrück. Seit 1992 gab es dort keinen Punktgewinn mehr.

Das eingangs schon angesprochene Spiel gegen Werder Bremen II war der Auftakt zur Rückrunde und das letzte Spiel 2017. Man merkte dem engagierten Auftritt der Mannschaft an, dass sie die 0:3-Niederlage vom ersten Spieltag vergessen machen wollte. Auch eben wenn der Siegtreffer erst in der Nachspielzeit fiel.

Sportpark

Zwischenfazit:
Zum Ende des Jahres ging der Mannschaft etwas die Kraft aus und es gab unnötige Niederlagen wie gegen Aalen und in Osnabrück. 34 Punkte sind zwar einer weniger als von uns prognostiziert, aber immer noch überragend. Lediglich RB Leipzig hatte in seiner einzigen Drittligasaison nach 20 Spieltagen mehr Punkte (37) auf dem Konto als die Spielvereinigung. Das beide Clubs mit unterschiedlichen finanziellen Mitteln ausgestattet sind, ist bekannt und deshalb der Erfolg noch höher zu bewerten.

„Dieses Kalenderjahr sucht im Verein seinesgleichen“ – Claus Schromm

Wenn man in die Historie der in der zehnten Spielzeit befindlichen 3. Liga schaut, findet man erstaunliches. Mit den gesammelten 34 Punkten nach 20 Spieltagen, wäre die SpVgg in fünf Spielzeiten auf Platz drei gestanden. Die Rot-Blauen waren in der Premierensaison 2008/09 mit 32 Punkten ähnlich erfolgreich. 2012/13 konnte man sogar 36 Punkte auf der Habenseite verzeichnen. Trainer war damals Claus Schromm.

Die Spielvereinigung hat nach diesem 20 Spieltagen sogar mehr Punkte als Jahn Regensburg (28) im Vorjahr und auch als die Würzburger Kickers vor zwei Jahren (26). Beide Vereine marschierten bekanntlich von der Regionalliga Bayern direkt in die 2. Liga. Diesen sportlichen Erfolg honorieren auch die Fans und Freunde der Spielvereinigung. Mit 3.267 Besuchern im Schnitt passieren derzeit so viele Zuschauer wie noch nie in der 3. Liga die Tore des Sportparks.

Wenn die Spielvereinigung mit 1:0 in Führung geht, was in acht Spielen bisher der Fall war, gewann sie das Spiel auch. 12 Mal geriet man bisher mit 0:1 in Rückstand. Trotzdem konnte man drei Spiele noch gewinnen und eines Unentschieden gestalten. Lediglich 21 Punkte hätte die Spielvereinigung wenn nach 45 Minuten Schluss wäre (Platz 15). In der zweiten Halbzeit ist man die beste Mannschaft der Liga mit erstaunlichen 35 Punkten.

Wie im Vorjahr ist die Spielvereinigung derzeit die sportlich fairste Mannschaft der Liga. Lediglich 26 gelbe Karten gab es für die Mannen von Claus Schromm. Nach dem Aufstieg war dies nicht unbedingt zu erwarten und ist ein deutliches Ausrufezeichen.

Der Erfolg des Vereins ist gar nicht hoch genug zu bewerten. Auch wenn es oft sportlich nicht so wirkt, die SpVgg ist Aufsteiger und war vor einem Jahr noch in Regionalliga Bayern.

Ausblick: 
Für die Mannschaft und den Trainerstab gilt es jetzt einige Tage zu entspannen und neue Kraft zu sammeln. 25 Pflichtspiele seit Saisonbeginn haben ihre Spuren hinterlassen. Etwas mehr als zwei Wochen haben die Spieler jetzt Zeit, sich zu erholen. Am 04. Januar bittet Claus Schromm dann wieder auf den Trainingsplatz, um die Vorbereitung für die restlichen 18 Spiele zu starten. Die Mannschaft wird ab dem 07. Januar für sieben Tage im spanischen Cadiz Trainingslager beziehen. Zwei Testspiele sind bisher vereinbart (in Heidenheim und gegen Bayern München II), ehe es schon am 20. Januar beim Karlsruher SC wieder um Punkte geht.