Lektion gelernt!

Am kommenden Wochenende ist Länderspielpause. Zeit für die Mannschaft, etwas Kraft zu tanken und Zeit für uns ein erstes Resümee zu ziehen. Sechs Spieltage sind in der 3. Liga absolviert und die Spielvereinigung steht mit zehn Punkten, als bester Aufsteiger, auf einem tollen achten Tabellenplatz. Drei Siege, ein Unentschieden und zwei Niederlagen gab es bisher für die Schromm-Elf. Mit dem 4:2-Heimsieg am vergangenen Samstag gegen den Chemnitzer FC, ist die Spielvereinigung nun schon seit 21 Monaten im Sportpark ungeschlagen. Die letzte Heimniederlage gab es beim 0:1 gegen Wacker Burghausen am 28.11.2015.

Haching Auswärts in Bremen

Viel Lehrgeld musste die SpVgg allerdings anfangs bei ihrer Rückkehr in die 3. Liga zahlen. Die Niederlage am ersten Spieltag bei der Zweitvertretung von Werder Bremen war ein deutlicher Warnschuss. Haching versuchte wie in der Regionalliga sein Glück in der bedingungslosen Offensive und wurde dafür in der zweiten Halbzeit knallhart bestraft. Bremen nutzte die Naivität eiskalt, auch wenn die Niederlage am Ende mit 0:3 zu hoch ausfiel.

Trainer Claus Schromm dürfte sich die Niederlage in Bremen nicht nur einmal angesehen haben. Beim ersten Heimspiel gegen den Karlsruher SC trat seine Mannschaft nämlich schon ganz anders auf. Es wurden deutlich weniger riskante Bälle gespielt, häufiger ein Angriff abgebrochen und neu aufgebaut. Der 3:2-Sieg war einer unglaublichen Moral geschuldet. Die Nackenschläge zum 0:1 und 1:2 glich die Mannschaft umgehend aus. Das 2:2 fiel sogar direkt vom Anstoß weg. Der viel umjubelte Siegtreffer durch Stefan Schimmers erstes Tor im Rot-Blauen Trikot war der verdiente Lohn für eine tolle kämpferische Leistung.

Nach dem euphorisierenden ersten Saisonsieg gab es am dritten Spieltag in Wiesbaden etwas Ernüchterung. Der damalige Tabellenführer agierte ausgebufft und kam eigentlich nur zwei Mal vor das Tor, gewann aber 1:0. Nach dem Führungstreffer stellte Wiesbaden das Fußballspielen fast komplett ein. Die SpVgg versuchte das Spiel zu machen, kam aber selten gegen das Abwehrbollwerk an. Leider offenbarte die Offensive auch etwas wenig Phantasie und so musste man die Heimreise ohne Punkte antreten.

Im Heimspiel gegen Fortuna Köln, kurioserweise das zweite Spiel in Folge gegen den aktuellen Tabellenführer, geriet man erneut in Rückstand. Wieder war es ein Gegentreffer nach einem Eckball. Auch der zweite Treffer fiel aus einer ähnlichen Situation, dieses Mal segelte eine Flanke unbedrängt durch den Strafraum. Nur zwei Minuten nach dem zweiten Gegentreffer traf allerdings „Bomber“ Schimmer zum 1:2-Anschluss. Hain markierte, ebenfalls nur 120 Sekunden später, den 2:2-Ausgleich. Am Ende eine verdiente Punkteteilung.

Heimspiel gegen Chemnitz

Ein deutliches Ausrufezeichen setzte die Mannschaft in Halle. Sascha Bigalke brachte mit einem wunderschönen Freistoß die Mannschaft erstmals in der Saison in Führung. Eigentlich hätte Hagn bereits vor der Pause den Sack zumachen müssen, er scheiterte aber am Keeper der Hallenser. Zum Glück trifft Stephan Hain auch eine Liga höher konstant und so schien es auf einen Auswärtssieg hinaus zu laufen, als er zehn Minuten vor Ende das 2:0 markiert. Es wäre aber nicht die SpVgg, wenn sie es nicht spannend machen würde und so gab es erneut einen Gegentreffer. Am Ende aber feiert man einen 2:1-Auswärtssieg.

Ein ziemliches Spektakel bot man beim 4:2-Heimsieg gegen Chemnitz. Eigentlich schien alles nach Plan zu laufen. Die SpVgg ging mit 2:0 in Führung. Chemnitz aber traf recht schnell zum 2:1 Dem Gegentreffer ging erneut eine Flanke voraus und auch der zweite Treffer der Gäste fiel nach einer Flanke. Das 3:1, noch vor der Pause, brachte etwas Sicherheit. Hain machte mit dem 4:2 den Deckel drauf.

DFB-Pokal:
Im Pokal gab es eine deutliche 0:4-Niederlage gegen den Zweitligisten 1. FC Heidenheim. Obwohl die Spielvereinigung einige gute Ansätze zeigte, konnte sie keinen gewinnbringend umsetzen. Wiederrum gab es zwei Tore nach Standardsituationen. Spätestens nach dem Platzverweis gegen Schimmer war die Partie gelaufen. Mund abwischen und für nächstes Jahr qualifizieren. Das 5:0 in Bruckmühl und der am Ende ungefährdete 4:1-Sieg in Heimstetten, waren die ersten Meilensteine auf dem Weg dorthin. Im Achtelfinale wartet nun der TSV Buchbach. Im Viertelfinale könnte es dann zum Derby gegen die Blauen in Giesing kommen.

Zwischenfazit:
Mit zehn Punkten liegt die Mannschaft im Soll und findet sich verdient im oberen Drittel der Tabelle. Die Offensive ist das Prunkstück der Mannschaft, auch wenn sich Hain, Bigalke und Schimmer natürlich schwerer tut als noch eine Liga tiefer. Man würde sich manchmal ein etwas schnörkelloseres Spiel sowie einen schnelleren Torabschluss der Mannschaft wünschen. Auch Schüsse aus der zweiten Reihe gab es bisher selten, diese sollte man als weiteres Angriffsmittel nutzen. Gerade wenn sich Gegner wie Wiesbaden absolut nicht am Spiel beteiligen wollen, kann dies auch zum Erfolg führen. Es wird aber kaum einen Gegner geben, gegen den man nicht zu seinen eigenen Chancen kommt. Das Mittelfeld ist wie die Offensive ähnlich gut in die Saison gestartet und arbeitet gut nach hinten, kaum ein Gegentreffer viel nach einem Spielzug durch die Mitte. Stahl und Taffertshofer machen hier einen guten Job. Auf den Außenpositionen hat man unglaubliches Potential und auch ein Kiomourtzoglou wird sicher noch zum Zug kommen. In der Abwehr hingegen muss man sich klar steigern. In sechs Spielen gab es schon elf Gegentore und bisher gab es kein Spiel ohne Gegentreffer. Auffällig ist wie schlecht man Standardsituationen verteidigt bekommt. Hier fehlt es oft an klarer Zuordnung und leider ist auch Korbinian Müller nicht für seine Strafraumbeherrschung bekannt. Ebenso ist es bei Kontern; hier geht oft die Zuordnung verloren, kommt dann eine Flanke in die Mitte, herrscht Alarm in der Innenverteidigung. Mit der Verpflichtung von Lukas Königshofer ist auch der Konkurrenzkampf im Tor eröffnet. Es wird sich zeigen ob Müller sich behaupten kann. Wenn Nicu zurück kommt, sollte es auch wieder mehr Konkurrenzkampf in der Innenverteidigung geben. Zusammengefasst hat die Mannschaft hat ihr Potential noch lange nicht ausgeschöpft und kann sich weiter steigern.

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